Sonntag, 26. November 2017

Die Psychosomatik der Knieschmerzen

Nachdem ich gerade drei Patienten mit Knieproblemen kennengelernt habe beginnt mich dieses Gelenk ganz besonders zu interessieren. Das Knie findet sich natürlich auch in einem alten Spruch. Dieser soll Grundlage sein für meine These, dass Knieprobleme auch psychosomatisch sind.

<In die Knie zu gehen> heißt nachzugeben, zu verlieren und zwar möglicherweise auch das Gesicht. Das wird von Betroffenen als Demütigung empfunden. Wir sind also mitten im Thema der Macht und damit auch Pluto auf der Spur. Das Ich will seinen Standpunkt durchsetzen, aber das menschliche Miteinander erfordert, dass wir Kompromisse machen oder auch schon mal eine Niederlage einstecken. Wer Angst hat zu verlieren, der versucht seine Mitmenschen zu dominieren. Das <Dominieren> ist ein Grundzug vieler Insekten-Persönlichkeiten der Homöopathie. Was das Knie betrifft, so finden wir Apis, die Honigbiene, in Doktor Boerickes Hauptwerk1) im Kapitel Bewegungsapparat unter …

<Knie: Kältegefühl, Entzündung, allgemeine Schmerzen …> (Seite 877 f.)

Der Wunsch zu dominieren entstammt einem latenten Gefühl der Unterlegenheit. Das ist plutonisch. Pluto regiert den Skorpion und wir sollten wissen, dass homöopathische Säure-Persönlichkeiten skorpionische Züge tragen, so auch Benzoicum acidum. Homöopathielehrer Massimo Mangialavori schreibt über die Benzoesäure-Menschen, dass sie typischerweise <destruktive Familiengeschichten> aufweisen (Quelle: Die Säuren in der Homöopathie, S. 44).

Nach dem Skorpion gehen wir zum Steinbock. Im gleichen Kapitel beschreibt Dr. Mangialavori einen Grundzug der homöopathischen Säure-Persönlichkeiten, nämlich die <hohe Schmerztoleranz>. Sie wollen tapfer sein, durchhalten und sich nichts anmerken lassen. (Diesen Grundzug fand ich übrigens auch in den drei Kniepatienten, die ich gerade erst kennengelernt habe. Dieser Steinbock-Befund bestätigt das 4000 Jahre alte Kopf-zu-Fuß-Schema der Astromedizin, welche das Knie dem Steinbock zuordnet.)

Das Knie hat einen Bezug zum Heroischen, zu Ruhm, Ehre und Titelversessenheit. Als der Schauspieler Peter Ustinov erfuhr, dass er den Titel <Sir> führen dürfe, teilte er der Königin von England mit:

„Ich bedanke mich und werde zu Ihnen reisen, kann Ihnen aber nicht garantieren, dass ich nach der Zeremonie wieder hoch komme.“

Alle Geehrten müssen vor der Queen nieder knien. Das nur zur Erklärung ;)

Ruhm und Ehre sind Merkmalsausprägungen des astrologischen 10. Hauses, welches verwandt ist mit dem Steinbock.


Die lichte Seite der schon erwähnten Demütigung ist die Demut – bewusst gelebte Bescheidenheit und Ergebenheit. 

Willy Brandts Kniefall in Warschau 1970 - Bildquelle unbekannt

Eines der großen Mittel der Homöopathie ist Sulphur. In der Schwefel-Persönlichkeit offenbart sich das Thema „Selbsterhöhung kontra Demut.“ Der Sulphur-Mensch hält sich für genial und lässt andere die Routine- und Drecksarbeit machen. Hat ein Sulphuriker je eine Toilette geputzt? Was macht er in der Kirche? Kniet er sich dort hin? Aber wahrscheinlich nur wenn das Kniebrett gepolstert ist. Verweigert sich der Sulphuriker in der zweiten Lebenshälfte dieser Demut, dann kontert ihm das Schicksal durch folgenden Rubrikeintrag, in welchem Sulphur 3-wertig steht:

<Äußerliches UND innerliches Schweregefühl> (Quelle: Barthels Synthetisches Repertorium, Seite 420)

Ich glaube an eine Schicksalsmacht und das ist für mich <die Macht des Schicksals>. So würde ich das auch als Opernfan bezeichnen ;)

Wir schauen also bei Kniepatienten auf …

·        eine „verletzte“ oder „überhebliche“ Sonne,
·        Plutoposition mit Aspekten
·        Skorpion mit wichtigen Planeten oder Stellium
·        Steinbock-Betonung oder wichtige Planeten darin
·        10. Haus mit Jupiter, Saturn oder Pluto

Vielen Dank fürs Lesen und Ihnen eine erfolgreiche Woche.

1) William Boericke M.D.: Pocket Manual of Homoeopathic Materia Medica & Repertory, Jain Publishers

Mehr Psychosomatik gibt’s in folgenden Büchern und eBooks von mir:

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Mittwoch, 8. November 2017

Fische-Mond im 7. Haus

Der Mond ist nach meiner Erfahrung der bedeutendste Eckpunkt im Horoskop. In diesem Artikel möchte ich den Mond in die Fische setzen und in das siebte Haus. Sinn und Zweck der Übung ist, das astrologische Kombinieren zu üben. Wenn wir mit der Sonne, Saturn und dem Aszendenten genauso verfahren, dann haben wir die wichtigsten Eckpunkte erfasst und können bereits viel über die Person aussagen.

Der Mond ist der Anzeiger für kindliche Urbedürfnisse. Deshalb ist er so bedeutend. Wir erfahren etwas über unser Kind-Ich mit seinen Bedürfnissen nach <emotionaler Nahrung>; das ist zum Beispiel Geborgenheit annehmen oder schenken zu können. Unter einem Fische-Mond geboren, brauchen wir zum Aufgehobensein eine besondere Atmosphäre, welche der Wiedervereinigung mit der universalen Mutter möglichst nahe kommen soll. Ein <Bad> in vertrauten, sanften Stimmen - besonders den tiefen Stimmen - beruhigt uns. Wir sind wieder verbunden!


Steht dieser Mond in Haus 7, dann möchten wir mit der Umgebung eins werden; … nie mehr allein sein. Das Gefühl abgetrennt zu sein ist für uns ein Kompromiss. Wir fühlen uns wie ein Splitter, der einst auf Atlantis aus einem riesigen Kristall herausbrach und seither seine Urschwingung sucht. Diese Spannung, diese Sehnsucht bewirkt, dass wir die Zeit überbrücken bis wir wieder all unsere Lieben um uns haben. Immer muss jemand ansprechbar sein, deshalb auch die hohe Telefonrechnung. Dieses Verhaltensmuster kennen wir aus der Homöopathie, insbesondere von den Meeresmitteln Spongia (Schwamm) und Cypraea eglantina (Kaurischnecke).

Mit einem Fische-Mond schöpfen wir frische Kraft aus schnödem Nichtstun, … oder neudeutsch: wir chillen. Sind wir unter der Woche arg im Hamsterrad, dann kann am Wochenende das Bedürfnis aufkommen in trauter Runde eine Tüte herumgehen zu lassen. In diesem Dunst sehen wir dann die Wirklichkeit nicht mehr so scharf. Die Fische fliehen zu gerne aus einer Realität, deren Härte sie oft nicht ertragen können, auch weil sie dort ihre Ideale verraten sehen - ein berechtigter Vorwurf gegen die bürgerliche Leistungsgesellschaft. Mit Cannabis dagegen werden wir lustig und albern herum wie kleine Kinder, auch weil wir keinen angefangenen Satz mehr zu Ende bekommen.

Das Wort <Atmosphäre> habe ich zu Anfang bewusst gewählt. Es ist die Herbstlichkeit des Bodennebels. Geht man auf ihn zu, hat er sich auf geheimnisvolle Weise aufgelöst. Verfolgen wir ihn auf unserem Morgenspaziergang übers Feld, zieht er sich stets weiter zurück. Ich spiele damit auf die Gas-Persönlichkeiten der Homöopathie an. Diese Charaktere sind flüchtig und anfällig für Trugbilder.


Menschen mit Mond in Fische in Haus 7 sind anfällig dafür, sich fort zu machen, anstatt Probleme mit der menschlichen Umwelt zu konfrontieren und einer Lösung zuzuführen. Manche werden schließlich zu Meistern des ständigen Hinausschiebens. Sie lassen Termine platzen, um zu großem Druck auszuweichen. Nur zu leicht können sie in ein Muster hineinrutschen, ihre Mitmenschen zu beschummeln, vor allem über ihre eigenen Schwächen und Versäumnisse … über die Jahre vielleicht so sehr, dass sie ihre Märchen inzwischen längst selber glauben. Das Schönste und Geheimnisvollste zu dieser Mondstellung schreibe ich zum Schluss:

In der Esoterik gibt es das Konzept des <Seelenpartners> oder der <Dualseele>. Menschen mit einem Siebthaus-Fischemond suchen diesen Menschen. Darunter machen sie es nicht. Sie besuchen Esoterikmessen und spirituelle Buchhandlungen, um dort zu finden was sie aus ihren sanft aquarellierten inneren Bildern schon empfangen haben. Vielleicht ist das der Grund warum es in vielen Eso-Buchhandlungen so andächtig still ist ...


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