Donnerstag, 27. April 2017

Homöopathie - Die Nitrogenium Persönlichkeit

Wir finden homöopathischen Stickstoff in den Metallsalzen als –nitricum wie beispielsweise in Argentum nitricum - dem salpetersauren Silber. Stickstoff bedeutet auf lateinisch Nitrogenium. In diesem Artikel stelle ich die psychischen Schlüsselbegriffe für diese Substanz vor.

Mathildenhöhe in Darmstadt

Jedes Lebewesen reagiert auf bestimmte Umweltsituationen mit Angst. Das ist normal. Sie sichert uns das Überleben. Diese Angst gibt es in ihrer Übersteigerung, also pathologisch als übermäßige Sorge und Überängstlichkeit oder gar mit einer „Riesenangst vor drohenden Gefahren“ – zitiert nach Massimo Mangialavori für Nitrogenium.

Es ist ein Leben in einer kleinen inneren Welt. Dort wird alles in Kistchen und Kästchen einsortiert. Chaos und ausgelassenes Lachen sind Tabu. Nehmen wir als Beispiel für Stickstoff das Mittel Argentum nitricum und diese Rubriken aus Zandvoorts Mind Rep:

+ Immer pünktlich (Seite 365)
+ Glaubt sein Herz höre auf zu schlagen wenn er sich setzt (Seite 115)

Eine Erwartungsspannung tritt also hervor: „Hoffentlich schaffe ich es pünktlich zu sein!“ Das Misstrauen ins Leben ist so groß, dass ein Vertrauen in das eigene Herz fehlt (Hört es gar auf zu schlagen?). Die extrem erdhafte Lebenseinstellung gipfelt in folgender Rubrik für Nitricum acidum:

+ Lacht nie (Zandvoort, Seite 324)

Lebens- und Spielfreude? Fehlanzeige! Dahinter steckt eine übertriebene Ernsthaftigkeit, die auch von anderen Menschen verlangt wird. Astrologie: Sonne in Haus 6, Jungfrau-Sonne, Mond in Steinbock und Chiron als dominierender Planet, da er über die Jungfrau herrscht. Am Ende noch alles zusammen, wenn es ganz arg kommt.

Der zweite Themenkreis umfasst einen Löwe-Aszendenten, Saturn im Löwen oder im 5. Haus. Hier die Rubriken aus dem Mind Rep für salpetersaures Silber:

+ Beschwerden durch Demütigung und Kränkung (Seite 13)
+ Wahnidee, er werde verachtet (Seite 121)

Menschen mit schwachem Selbstwertgefühl haben großes Lampenfieber. Der kreative Selbstausdruck ist zudem gestört – ein benachbartes Thema. Damit wird die ungezwungene Sexualität zum Schatten. „Die Sau rauslassen oder in die Sauna gehen?“ Unmöglich. „Was für eine Sauerei, diese schwabbeligen Körper!“ Das Ergebnis ist Sexfeindlichkeit. Alles muss züchtig bedeckt sein.

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Dienstag, 18. April 2017

Pluto, Skorpion und das sykotische Miasma

Der Begründer der Homöopathie, Dr. Samuel Hahnemann, erarbeitete drei sogenannte Miasmen. In diesem Artikel stelle ich das sykotische Miasma aus psychologischer Sicht vor – zusammen mit astrologischen Entsprechungen.

Im engeren Sinne bedeutet Miasma schlicht Krankheit. Wenn wir außerdem annehmen, dass Krankheit einen Sinn hat, dann ist sie Bestandteil eines Weges, der mit der Abreise aus dem Paradies begann und mit der Selbstverwirklichung vollendet werden wird. Diesen Weg nannte der Psychoanalytiker C. G. Jung Individuation. Sie beginnt mit der Abreise aus dem Paradies, indem wir die polare Welt kennenlernen und dort eine möglichst vorteilhafte Seite von uns zeigen - verkürzt gesagt: die Jungsche Persona. In dieser Welt wollen wir toll dastehen – so gut es geht. Diese Phase heißt Psora und etwas weniger philosophisch hört sie sich ungefähr so an:


Nachdem wir uns in der Außenwelt erfahren haben kommt der nächste Schritt. Wir betreten ‚der Seele dunkler Pfade.’ (Zeichen Skorpion). Dazu ist es notwendig ehrlich an sich selbst herunter zu schauen, um zu erfahren wer wir wirklich ist. Folgende Fragen kommen auf:

„Das Leben ist eine Hölle für mich!
Warum muss ich diese Ängste ertragen?
Warum komme ich mir so ‚schlecht’ vor?“

Wir ändern jetzt die Blickrichtung von außen nach innen. Wir suchen nach Begründungen für unsere eingeklemmte Lage und finden Schuld. Donna Cunningham schreibt: „Jedes Mal wenn ein Polizeiauto um die Ecke fuhr, zuckte ich zusammen“. Dazu eine typische homöopathische Rubrik: „Hält sich für einen Verbrecher, [dabei hat er nur falsch geparkt.]“ Das trifft unter anderem zu auf die Arzneimittelbilder Thuja und Coffea cruda und entspricht vor allem Pluto im 1. Haus.

Liebe Leser, … zur Abrundung drucke ich Ihnen aus Twitter ein paar Kommentare ab, welche die Sykose in Alltagssprache wiedergeben:


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Das Beste zum Schluss ...


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Dienstag, 11. April 2017

Homöopathie - Cocculus indicus Teil 1

Das homöopathische Cocculus indicus ist ein großes Mittel. Jede gute homöopathisch ausgerichtete Apotheke hat die gängigen Potenzen im Regal, sogar die 1-Gramm-Röhrchen, wovon ich mich gerade überzeugen durfte. Diese Körner teile ich in zwei Subtypen ein: Den kardinalen und den opferbereiten. Beginnen wir mit dem astrologisch kardinalen Typ.

Die kardinalen Zeichen sind Widder, Krebs, Waage und Steinbock. Das Gemeinsame dieser Temperamente ist, dass sie etwas anstoßen wollen.

Die Widder-Eigenschaften von Cocculus sind das Bedürfnis zu kämpfen und keinen Widerspruch zu dulden. Diese Menschen träumen, dass ihnen die Zähne ausfallen. Dahinter verbirgt sich eine Angst kampfunfähig zu werden.

Kommen wir zum Zeichen Krebs. Das phlegmatische Temperament zeigt sich als Sanftheit, Trägheit und Jammern.

Die Waage in Cocculus-Typen zeigt sich in einer <unschlüssigen und zänkischen Gemütslage>. Ich habe zudem beobachtet, dass Waage-Menschen ein Naturtalent zum Tanz haben. Es ist ihr Flirttalent und „etwas Erotisches in ihnen.“ Cocculus hat ein <Verlangen zu tanzen> und ist <gerne ausgelassen>.

Zuletzt zum Steinbock. In Roger van Zandvoorts Nachschlagewerk <Mind Repertory> finden wir die typischen Eigenschaften des Alpenziegenbocks: 

<Introspektiv> (Seite 304), <reserviert> (Seite 374), <starkes Gefühl für Verantwortung> (Seite 374) und <Ernsthaftigkeit> (Seite 405). Die <Furcht zu fallen> (zitiert nach Software ComRep) ist eine Folge der großen Strebsamkeit. Auf der Karriereleiter weit oben hat man Angst abzustürzen.

Das sind vier Cocculus-Typen, doch es täuscht. Nehmen wir folgendes Beispiel: Ein Betroffener hat die Sonne im Steinbock und den Mond im Krebs. Er hat es beruflich weit gebracht, musste dazu aber seine Sanftheit verstecken. Sein bedürftiges inneres Kind ist dabei fast verreckt. Diese Unterdrückung hat einen Cocculuszustand hervor gebracht. Sein Körper produziert Symptome, weshalb er jammert. Der Druck ist so stark geworden, dass Gefühle an die Oberfläche gekommen sind. Hier hilft Cocculus. Der kranke Ehrgeiz wird zurück gefahren und die Gefühle fließen heraus. Die natürliche Mitte ist wieder erreicht. Mein Lehrer Jan Scholten sagt: „Die Homöopathie hat etwas Buddhistisches.“

Cocculus ist bekannt als das Mittel aus der Rubrik <völlig ausgelaugt durch die Pflege von Angehörigen>. Warum haut sich jemand die Nacht um die Ohren, bis zum völligen Zusammenbruch? Dieser Frage gehen wir im zweiten Teil nach.


Zum Schluss die übliche Werbung für meine eBooks: