Samstag, 25. Juni 2016

Homöopathie - Die Crotalus cascavella Persönlichkeit

Liebe Leser,

ich möchte Ihnen eine homöopathische Schlangenpersönlichkeit vorstellen: Crotalus cascavella. Der Text ist zum größten Teil ein Ausschnitt aus einem Buch von mir. Den Titel finden Sie weiter unten.



Diesen Frauentyp kenne ich aus meiner Kindheit. Meine Großmutter hatte oft Bekannte aus der Schlangengrube. Mir fiel immer auf, dass sie eine perfekt sitzende Frisur hatten, die durch keinen Windstoß erschüttert werden konnte. Durch diese Ersatzkrone sollte deutlich werden: „Ich bin eine gut situierte Dame aus gehobenen Kreisen.“ Mich als kleiner Junge störte die Geschwätzigkeit. Auffällig daran war, dass trotz der vielen Kommentare zu allen möglichen Themen nichts Substanzielles preisgegeben wurde: keine persönlichen Erfahrungen oder Empfindungen, welche uns diese Frau sympathisch machen könnten, … denn das ist es doch, was tiefe Freundschaften aufbaut. Doch dazu müsste die Dame ihre Maske fallen lassen. Das ist aber für alle Schlangenpersönlichkeiten sehr schwierig zu bewältigen.

Alles soll bei ihr schön an der schönen, wohlhabenden Oberfläche bleiben! Alle möglichen Gedanken sprudeln aus dieser Schlange heraus, doch was sie von sich gibt sind oft Informationen, die sie mit Unterstellungen und Halbwahrheiten mischt. Ein wahrhaft teuflisches Gemisch!

Wird man zu dieser Dame eingeladen, dann bekommt man zuerst die Küche vorgeführt. Näher hingeschaut, stellt der kritische Besucher fest, dass in dieser 30000 Euro-Investition überhaupt nicht gekocht wird. Sie ist nur zum Angeben da! Die aktive Küche bekommt der Gast nicht zu sehen. Statt dessen ein heiliges Zimmerchen mit einem Hausaltar. Dort steht eine Madonna, der alle Schandtaten gebeichtet werden. Hier und da wird die Mutter Gottes auch zur Komplizin.

Warum ist Cascavella so religiös?
Mit welcher Beschwerde kommt sie in die Praxis?

Diese Frage beantwortet "Körper - Seele - Homöopathie."




Montag, 20. Juni 2016

Homöopathie - Die Palladium-Persönlichkeit

Die homöopathischen Edelmetalle haben etwas gemeinsam: Sie tendieren zur Arroganz und behandeln daher andere Menschen gerne von oben herab. Dazu gehört Palladium. Er schaut sich von anderen ab wie man Eindruck schindet: „Ich bin Prominenter, warum liegt hier kein roter Teppich?“

Kennen Sie das auch? In einem Promi-Lokal wird fotografiert für die Regenbogenpresse. Da gibt es immer eitle Leute, die sich in die Fotos drängen. Das sind die Palladiums: Gebräunte Haut, Gel im Haar, eleganter Sakko und weißes Hemd. Wenn sie nicht selbst Prominente sein können, dann aber bitte in deren Dunstkreis. Erlaubt ihnen einer der Prominenten das Du, dann wird ihr stärkstes Bedürfnis befriedigt: <Wünscht, dass man ihm schmeichelt>. Ich habe in einem Düsseldorfer Lokal eine Weile am Klavier gesessen, weiß also wovon ich schreibe. Das läuft so: Sie schreiten Eindruck schindend in das Restaurant und verlangen am Tresen den Chef. Sie erzählen ihm, dass Boris Becker im Begriff sei, seine Aufwartung zu machen – natürlich um alles kostenlos zu bekommen. Darauf konterte damals unser Chef: „Wenn das stimmt, dann bin ich Mister Universum!“

Im Gegensatz zu Platin fehlt einem Palladium-Menschen der Mut, gekonnt und überzeugend aufzutrumpfen. Er ist zwar von Ehre und Reichtum umgeben, aber die Vergünstigungen sind selten von Dauer.

Wir erkennen Palladium an seinen <Beschwerden durch Demütigung>. Da es ihm um Wertschätzung geht, schauen wir auf die Organe der Kreativität. Das sind hier die Eierstöcke. Typisch für Palladium sind Schmerzen im rechten Ovar oder Entzündungen.

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus meinem Buch:


Donnerstag, 9. Juni 2016

Homöopathie - Die Sulphur iodatum Persönlichkeit

Schwefeljodid ist ein sehr kleines Mittel. Dr. Boericke schreibt darüber nur wenige Zeilen. Ich möchte Ihnen ein homöopathisches Mittel vorstellen, das speziell für die Rasierflechte eingesetzt wird.


Das Mittel setzt sich zusammen aus Schwefel und Jod. Sulphur ist ein sehr großes Mittel, das viele Subtypen hat. Um Schwefeljodid zu verstehen sollten wir uns deshalb vom Bild des anmaßenden, schlampigen Philosophen lösen, den wir aus dem Homöopathie-Unterricht kennen.

Sulphur und Jod finden wir beide in der Rubrik <beeinflussbar>. Wenn sich ein homöopathisches Mittel aus zwei Substanzen zusammensetzt, dann schaue ich immer zuerst: Gibt’s Gemeinsamkeiten? Bei Schwefel und Jod sind es <Empfänglichkeit> und <Beeindruckbarkeit>. Das sind an sich positive Eigenschaften, die aber bei einer Charakterschwäche zur <Beeinflussbarkeit> werden. Sulphur iodatum kann seiner Umwelt kaum etwas entgegen setzen. Also weicht er aus. Er ist in vielen Situationen <feige> (Quelle: Zandvoorts Mind Repertory, Seite 89).

Im soeben genannten Nachschlagewerk von Roger finden wir noch mehr:

+ Gewissenhaft in kleinen Dingen (Seite 86)
+ Argwohn; Misstrauen (Seite 428)
+ Furcht vor Unglück (Seite 254)

Außerdem finden wir in Murphys Klinischer Materia Medica, dass das Mittel für allergische Konstitutionen geeignet sei und der Patient im Extremfall empfindlich gegen alles reagiere.

Jetzt kombinieren wir alle diese Eigenschaften: Es handelt sich um eine kleinmütige, enge Seele, die soviel wie möglich kontrollieren will, auch ihre Emotion. Doktor Boericke schreibt in seiner Materia Medica & Repertory auf Seite 623: <Nässender Hautausschlag>.

Dieser Hautausschlag heißt im Original <weeping eczema>. Weeping bedeutet weinen und hier kann man sehr schön den Bezug zur Emotion erkennen. Das Weinen wird unterdrückt und kommt im Ekzem wieder zum Vorschein. Der Sulphur-Mensch ist bekannt für seine >Hartherzigkeit> und der Iod-Mensch für seine <Ernsthaftigkeit>. Das zusammen hindert die Gefühle am Selbstausdruck. Sie fließen bei beiden nicht, sind "ausgeschaltet."

Weitere Information zur Homöopathie erhalten Sie in folgenden Büchern von mir: