Montag, 24. November 2014

Knieschmerzen und die Seele



Als ich ein kleiner Junge war, fand ich in den Kirchen knüppelharte Kniebänke vor. Das war noch Demut! Heute ist alles gepolstert. Wir wollen uns das Thema näher anschauen …


Wir tragen Würde und Stolz nicht nur in einer aufrechten Haltung, sondern auch im Knie. Als starke Persönlichkeiten sind wir gleichzeitig zur Demut fähig. Unser Kniefall mag eine Entschuldigungsgeste sein (wie es damals Willy Brandt in Polen getan hat!), aber wir wollen in dieser für uns sensiblen Situation nicht erniedrigt werden. Geschieht so etwas, dann sind wir mitten im Knie-Schmerz! Um einer Erniedrigung vorzubeugen, sind wir jetzt darauf angewiesen, andere Menschen zu dominieren [wie die homöopathische Apis-Persönlichkeit]. Wir dürfen auf keinen Fall nachgeben, mit anderen Worten: "Bloß nicht einknicken!"

Ein weiteres Knie-Thema hat mit der Art zu tun, wie wir unsere Vergangenheit erlebt haben. Schlechte Erfahrungen können in manchen Menschen auf ewig lebendig bleiben. Der Körper speichert sie als Schmerz im Knie. Deshalb kann der Betroffene sich nicht nach vorne, auf die Zukunft hin, bewegen. Er ist fixiert auf den Mist aus der Vergangenheit [wie die homöopathische Muriaticum-acidum-Persönlichkeit]. Natürlich kommt da auch Groll auf. Aber wie geht dieser Patient damit um? Der Knieschmerz ist ein implodiertes Wutgefühl. Wir haben Aggression in unserem Körper behalten, anstatt mehr oder weniger kreativ damit umzugehen, sie nach außen zu bringen.

Zum Schluss, wie gewohnt, zur Astrologie: Würde = Löwe-Temperament; Dominanz als Selbstschutz = Sonne-Pluto; Fixierung auf die Vergangenheit ist Pluto im 4. Haus und implodierte Aggression ist klassisch ein Mars im gleichen Haus.

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Freitag, 21. November 2014

Schulterschmerzen und die Seele



Die Schulter steht für eine vielfältige Symbolik, die auch im Volksglauben verankert ist. Was bewegt die betroffene Seele, was hat sie zu lernen?


Unsere Schultern sind die Wurzeln unserer Arme. In Liebesfilmen sehen wir, wie begeisterungsfähige Männer ihren Geliebten die Sterne vom Himmel holen. Eine übermütige und überglückliche Stimmung finden wir in den homöopathischen Mittelbildern von Anagallis arvensis und Fagopyrum. Beide Arzneien listet Doktor Boericke auf in seiner Materia Medica unter „Schulterschmerz.“ Woher kommt der Schmerz? Er tritt auf, wenn wir dauerhaft die Welt aus den Angeln heben wollen, zum Beispiel beruflich – Mond in Schütze.

Es geht um Arbeitsüberlastung. Nehmen wir als Beispiel eine Baum-Persönlichkeit: die Walnuss. Diese Menschen tragen in ihrem Allmachtsgefühl die Weltkugel auf den Schultern. Das Mittel hilft ihnen, die Last von ihren Schultern zu nehmen, ohne Gesichtsverlust – Sonne im 12. Haus.

Wie geraten wir eigentlich in eine Überarbeitung? Es ist Widerstandsschwäche, aber da gibt es etwas Wichtigeres: Die Schulter deckelt den Brustkorb nach oben. Also ist sie eine Verlängerung des Egos und Ausdruck von "Eindruck schindendem Gehabe." Wir überarbeiten uns also, um wichtig zu sein. Dabei geht es im weitesten Sinne um Potenz und im engeren Sinne auch die sexuelle! Berufliche Leistungsfähigkeit steigert die Attraktivität beim anderen Geschlecht – Jupiter im 5. Haus.

Die Schulter hat auch einen Bezug zu ruhmreichen Zukunftsvisionen, an denen vor allem leitende Angestellte unbedingt teilhaben wollen. An den Mittelbildern Cannabis indica und Viscum album können wir sehr schön sehen, wie man sich in gewaltigen Theorien und Ideen versteigen kann – Jupiter im 11. Haus.

Warum sind Menschen so selbstverletzend, dass sie sich beruflich so viel auf die Schultern laden? Bei näherem Hinsehen werden wir entdecken, dass ein existenzielles Schuldgefühl eine große Rolle spielen kann – Pluto im 1. Haus.

Jetzt noch einmal zurück zum Liebesfilm. Die Romantik großer Gefühle spielt also beim Thema Schulter eine Rolle! Schwache oder bedürftige Menschen weinen sich an einer starken Schulter aus. Die Schulter ist ein Symbol für den Fels in der Brandung. Diese Vorstellung bedient der Löwe als fixes Zeichen, als verlässliche Stärke. Wird die Stärke zu sehr beansprucht, dann reagiert der Muskel mit Schmerz.