Freitag, 18. Mai 2018

Chionanthus virginica für Dünnhäutige


Es handelt sich bei diesem botanischen Namen um die Giftesche, einen Baum. In diesem Blogartikel wollen wir der innerseelischen Polarität zwischen Dickhäutigkeit und Dünnhäutigkeit nachspüren und hierzu drei Einträge aus Murphys Klinische Materia Medica, Seite 571 (folgende), anschauen. Hier sind sie:

+ Augäpfel wie wund und zerschlagen
+ Wundes, zerschlagenes Gefühl am unteren Rücken
+ Neurastheniker

Zur Interpretation der Symptome gehen wir in die höhere Ebene: Dort erkennen wir, dass der Patient nicht genug Hülle hat, unter welcher er sein empfindsames Inneres verstecken will. Er fühlt sich zerschlagen und drückt damit aus: "Die grausame Welt da draußen hat mich, der eh schon furchtbar leidet, zerbrochen." In diesem Selbstmitleid kommt sehr schön der entwürdigte Löwe-Aszendent zum Vorschein. Der Patient ist ein König ohne Königreich.

Wir erkennen darin Schutzbedürfnis und daraus folgend Zurückgezogenheit. Sie sind unterschätzte typische Baum-Merkmale; einige Beispiele dazu: Abies nigra (Schwarzfichte) ist ein Mensch, der sehr viel Geborgenheit bräuchte, aber er verbirgt dieses Bedürfnis. Der Manschia-Patient (Mancinella) leidet unter Kälte. Es ist die "Kälte da draußen." Taxus brevifolia (Pazifische Eibe) passt auf Menschen, die sich fürchten etwas zu unternehmen. Sie wollen nicht raus, denn "die Welt ist gefährlich." Astrologie? Mond im 4. Haus.

Baum-Persönlichkeiten leben zwischen den Polen der unbeeindruckten Dickhäutigkeit einerseits und Hüllenlosigkeit mit dem Gefühl schutzlos ausgeliefert zu sein andererseits. 

Daraus können wir die gesunde Baum-Persönlichkeit rückschließen: Sie hat einen wohlausgewogenen Filter, der alle unwichtigen und nachrangigen Umwelteindrücke fernhält, aber dennoch auf alles Wichtige einigermaßen zeitnah reagieren kann, ohne dabei Angst um sein Inneres zu haben.

Zum Schluss noch zur Frage, was eigentlich Neurasthenie ist: Ärzte vor 200 Jahren nannten sehr empfindsame Menschen <Neurastheniker>. Aus meiner Kindheit kenne ich die Beschreibung <vegetativ dysreguliert>. Sie gilt bis heute unter Schulmedizinern. Moderne Autoren, auch Esoteriker, greifen mehr und mehr zum Etikett <hochsensibel>.

Zum Schluss Werbung in eigener Sache. Die zweite Auflage unseres Buches „Karma und Gesundheit“ ist erschienen. In diesem Buch spreche ich über eine Reihe von Krankheiten und ihre karmischen Wurzeln. Vorher gibt es eine Einführung in die Astrologie und Astromedizin. Hier das schöne Cover (Bildquelle ist Amazon), mit Link darunter:


Mittwoch, 16. Mai 2018

Karma und Gesundheit zweite Auflage ist erschienen


Liebe Leser, die zweite Auflage meines Buches „Karma und Gesundheit“ ist da. Herr Henkler vom „Verlag Zeitenwende“ brachte sie im März heraus. Ich freue mich über ein schönes Cover und weitere Jahre mit diesem Werk. In diesem Blogartikel finden Sie die Verlagswerbung und ich werde nach und nach einige kleine Zitate abdrucken. Die Texte wurden leicht überarbeitet.

Hier zunächst die Verlagsinfos. Darunter das Cover unseres Arnica-Buches, das einige Jahr später heraus kam. Dazu an anderer Stelle mehr ...


 Bildquelle für die obige Buchankündigung ist ...



"Karma und Gesundheit" ist bei Amazon erhältlich unter www.goo.gl/XpbBt6



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Dienstag, 15. Mai 2018

Natrium silicicum und Natrium sulphuricum

Eine der therapiebedürftigen Seiten der Zivilisation ist das Hervorbringen kranker natrischer Charaktere. Sie wollen besser sein als Affen im Zoo, die wild herumkreischen. Sie sind weit verbreitet, speziell in den USA und dort häufig in der bürgerlichen Mittelschicht. (Darüber gibt es eine böse Satire unter dem Filmtitel American Beauty.) Eine weitere therapiebedürftige Seite unserer Zivilisation ist der Narzissmus. Wir wollen uns zu beiden Themen -Gefühlsunterdrückung und Narzissmus - zwei Natriumsalze anschauen. Im Folgenden finden Sie, liebe Leser, Kurzbeschreibungen, dazu die typischen astrologischen Merkmale:

Die Arzneipersönlichkeit ‚Natriumsilikat’ enthält die Verletzlichkeit von Natrium und den Feinsinn von Silicea [Jungfrau-Sonne1), Merkur in 61), Jungfrau-Venus1), Jungfrau-Aszendent1)]. Es sind kontaktscheue Menschen. Ihre Furcht vor (sexuellen) Begegnungen kommt als Schleimhautentzündung der Nase mit übel riechenden Sekreten zum Ausdruck. Sie können andere nur dann riechen wenn diese in ihren adrett eingerichteten keimfreien Mikrokosmos passen [Jungfrau-Venus1); Saturn im 7. Haus1)]. Die schwachen Fußgelenke mit kalten Füßen weisen auf eine schlechte Erdung hin [Fische-Sonne1)], die Trockenheit von Mund und Hals auf eine zurückgedrängte Gefühlswelt, die ihnen als zu ergreifend erscheint [Mond Quadrat Saturn1)]. Natrium silicicum sind filigrane Träumer. Gern halten sie sich in einer Zauberwelt auf, die arm an tiefen Gefühlen [Mond Quadrat Saturn1)] aber reich an Kitsch ist [Mond Konjunktion Neptun1)]. 

1) Astrologisches Merkmal, das in den Horoskopen von Patienten mit Schleimhautentzündungen der oberen Luftwege gehäuft vorkommt




Natriumsulphat verbindet das natrische Haften an der Vergangenheit [Sonne im 4. Haus3); Mond im 4. Haus3)] mit dem manischen Feuer von Sulphur [Venus im Schützen4)]. Das Ergebnis ist zelebrierter Kummer und großes Drama, das in Gedanken an Selbsttötung durch Erschießen seinen egoistischen Höhepunkt findet. Die zentrale Emotion ist Ergriffenheit, die als Spasmus eines Asthmas ins Körperliche stürzt. Die Patientin sitzt am Kirchenfenster in weichem Licht während der Organist alle Register (fremder Emotionen) zieht [Löwe-Sonne2), Löwe-Mond4), Mond im 5. Haus2); Venus im 5. Haus2),4); Löwe-Mars1) und Löwe-Aszendent4)]. Die besondere Nähe zur Kirche ist ein innerer Halt gegen das Böse [Saturn im 8. Haus4)].

2) Astrologisches Merkmal, bei Asthmatikern gehäuft anzutreffen
3) Astrologisches Merkmal, in den Horoskopen von Blinden gehäuft anzutreffen
4) Astrologisches Merkmal, oft in den Horoskopen von Migränikern anzutreffen


Donnerstag, 10. Mai 2018

RELOAD Mein eBook Liebe oder Übergriff?


2015 erschien mein eBook »Liebe oder Übergriff.« In diesem Blogartikel möchte ich es kurz vorstellen. Die übrigen eBooks folgen in einem weiteren Artikel.

Das Buch

Dieses eBook zeigt das Thema Co-Abhängigkeit in Beziehungen gemäß einer neuen Definition aus den USA. Es ist für Anfänger gedacht und daher populärwissenschaftlich geschrieben. Es handelt von Übergriffen im menschlichen Miteinander. In verschiedenen Rollen erscheinen z. B. als Machtgreifer, Kletten, Ich-lose Helfer oder phlegmatische Träumer. »Liebe oder Übergriff« arbeitet in 15 Spielszenen heraus, in welchen manchmal engelhaften Masken die verschiedenen Verstrickungen im Alltag daher kommen und wie wir in ihnen festsitzen. Es soll Mut machen, sich aus Verstrickungen heraus auf die eigenen Beine zu stellen […].

Teil I: Einführung

Der Begriff Co-Abhängigkeit

Der von Anne Wilson Schaef erweiterte Begriff der Co-Abhängigkeit wurde im deutschsprachigen Raum bisher nicht angenommen. Doch gelangte bei uns in den 80er-Jahren eine Person ins öffentliche Bewusstsein mit einer aufsehenerregenden und bald populär werdenden Therapie: Bert Hellinger, ein ehemaliger Priester und Schulleiter in Südafrika.

Sein Familienstellen macht den Versuch menschliche Verstrickungen in der Familie zu erkennen und aufzulösen. Dazu begeben sich viele Betroffene in ebenso erhellende wie aufreibende Rollenspiele. Also kein träger Seelenstriptease mehr auf der Therapeutencouch, sondern endlich Aktion!

Hellinger setzt der Abhängigkeit eine Ordnung entgegen, eine "Ordnung der Liebe" in sauberen Abgrenzungen von Kompetenzen. Er forderte unter anderem, dass Kinder nicht in die Rollen von Erwachsenen gedrängt werden dürfen, indem sie zum Ersatzpartner gemacht werden. Sein Ziel war und ist eine klare Rollenverteilung.

Nun zur Definition des Begriffes nach Anne Wilson Schaef:

„Der Co-Abhängige weiß nicht, wo er aufhört und wo der andere anfängt.“ (Seite 57 in "Co-Abhängigkeit: Die Sucht hinter der Sucht" - Heyne Verlag)



Co-Abhängigkeit ist ein Zustand, der uns von uns selbst wegführt und auf andere Menschen fixiert. Die Fixierung ist eine trügerische Sicherheit, denn wir sind nur scheinbar aufgehoben. Wir zahlen den Preis, dass wir zum Spielball anderer werden. Das Verhalten führt außerdem dazu, dass wir zu unseren eigenen Ängsten auch noch die anderer Menschen miterleiden. So werden wir noch manipulierbarer.

Es gibt Zuhörer, die Beichtväter sind ohne Geistliche zu sein. Sie leben als seelische Mülleimer mit dem, was andere Menschen ihnen dagelassen haben. Sie hören als „nette Nachbarn“ zu, weil sie sich nicht lösen, nicht verabschieden können. Diese Personen sind co-abhängig, denn sie haben überhaupt keine Grenzen mehr, sind ausgeliefert. Für den bei ihnen abgeladenen Seelenmüll erhalten sie oft noch nicht einmal ein Dankeschön. Wer wie sie keine Grenzen hat, mischt sich vielleicht auch in die Angelegenheiten anderer ein oder lässt es zu, dass über seinen Kopf hinweg Einmischung möglich ist.

In der nächsten Spielszene wird der Partner als Stütze gesehen [...]: Eine emotionale Bindung ist vorhanden und sie wird vom Vater, vielleicht aber auch vom Kind sehr gewünscht:

Spielszene 3: Nico besucht die zweite Grundschulklasse. Sein Vater arbeitet in der Nähe der Schule und deshalb bringt er seinen Sohn jeden Tag bis in den Klassenraum. Einer Lehrerin fällt das natürlich auf. Sie spricht später mit ihm. In klarem, aber auch verständnisvollem Ton.

Wir beobachten in dieser Szene die Tatsache, dass das Kind nicht am Parkplatz abgeliefert, sondern bis in den Klassenraum gebracht wird. Es braucht keine Hilfe mehr, denn es findet von selbst in die Klasse. Was hat die Lehrerin dem Vater wohl erklärt? Dass die Schule ein Erlebnis- und Lernraum für Kinder ist, in welchem sie lernen sollen, sich zurecht zu finden, um eigenständig zu werden. Deshalb sind Eltern, außer an Sprechtagen, in der Schule unerwünscht. Wir wollen die Motive des väterlichen Handelns erforschen.

Ist der Vater überfürsorglich, weil er ohne das Kind allein ist? Ist das Kind vielleicht sein einziger vertrauter Ansprechpartner als allein erziehender Vater? Es wäre wichtig, dass er sich öffnet, zum Beispiel für eine neue Partnerin. Diese Partnerin könnte helfen, die väterliche Beziehung zum Kind zu normalisieren.

Ist er abhängig vom Kind, weil er es zu sehr liebt? Ist eine zu große Nähe sein typisches Muster?

Wie wird er auf Kritik an seinem Verhalten reagieren? Wahrscheinlich bringt er die Ausrede vor, er habe Angst um sein Kind: „Sie wissen doch, es passiert so viel!“ Die Strecke von 20 Metern vom Parkplatz bis zur Schule ist aber sicher.

Könnte es sein, dass der Vater unbewusst sein Kind lebensunfähig halten will, damit es ihn nicht verlässt, wenn es erwachsen ist? Das wäre eine ungesunde Liebe.


Teil III: Co-Abhängigkeit unter Völkern

Die israelisch-palästinensischen Verstrickungen

„Wir Palästinenser sind von der
menschlichen Gesellschaft ausgeschlossen gewesen,
weil wir von unseren Gegnern
etikettiert, stereotypisiert und beschrieben wurden
statt von uns selbst.“
~ Frau Hanan Aschrawi


Frau Aschrawi ist das »menschliche Gesicht« der PLO, zuständig für Kultur und Information. (Die PLO regiert im Westjordanland.) - zitiert nach »Tuvia Tenenbom: Allein unter Juden«, Seite 77 - Suhrkamp Verlag 2014

Das Gold, das co-abhängige Völker gewinnen können, ist die Selbstbeschreibung – als Folge einer Selbsterkenntnis. Über dem Orakel von Delphi steht: „Erkennt Euch selbst!“ Dieser Klärungsprozess ist schmerzhaft, denn er verlangt neben dem Ausräumen falscher Anschuldigungen das Anschauen unschöner eigener Verhaltensweisen. Der Prozess verlangt …

ein ehrliches Hinabschauen auf sich selbst,
eine schonungslose Aufarbeitung der eigenen Geschichte, sowie
das Zulassen kritischer Vordenker.

Anmerkung: Das komplette Inhaltsverzeichnis des eBooks steht hier:

https://homeopathyandastrology.blogspot.de/2015/07/mein-neues-ebook-das-inhaltsverzeichnis.html




Dienstag, 20. März 2018

Homöopathie - Der Rhodium metallicum Typ

Rhodium metallicum ist ein kaum bekanntes homöopathisches Mittel. Im Periodensystem der Elemente wird es als Stadium 9 der Silberserie gelistet. Anders als bei Gold oder Iridium fehlt dem Rhodium-Arzneityp das Bewusstsein einer hohen Kaste anzugehören. Er muss innerlich darum kämpfen als ein edler Mensch wahrgenommen zu werden. Ich sehe da Ähnlichkeiten mit der kranken Platina, doch warten wir ab! Alle Rubriken in diesem Artikel sind folgender Internetseite entnommen:


Rhodium ist das teuerste Edelmetall. 31 Gramm kosten 2000 €, deutlich mehr als Gold. Wenn wir den Charakter dieses Arzneityps erspüren wollen, dann sollten wir alle Symptome auf diese Tatsache beziehen. Beginnen wir mit dem ersten Symptom:

+ Gefühl, dass das Herz herunter rutscht, schlechter durch tiefes Atmen.

Das Herz als Motor des Kreislaufssystems ist unser Zentrum. Ihm entspricht das Ich auf der Seelenebene. Das Herz wird nicht als feste innere Instanz angesehen, sondern als etwas das frei im Brustkorb wabert – als gäbe es weder Felle, Faszien noch sonst etwas, das innerlich bindet. Irgendetwas lässt ihn vermuten, dass es in seinem Körper keine verlässlichen Strukturen gäbe, die alles zusammenhalten. Die *Modalität, schlechter durch tiefes Atmen* zeigt: Er fürchtet die Weite, weil sein Herz dann noch mehr verrutschen könnte - und damit auch sein Ich. Ausgerechnet das Ich eines Edelmetall-Typen, eines hochstehenden Menschen. Dieser sollte Edelmut ausstrahlen und ein Überlegenheitsgefühl.

Beim kranken Rhodium ist ein Knacks im Selbstwertgefühl zu erkennen. Der Unterleib ist für ihn und sie schmutzig, ebenso Geschlechtsverkehr; "Kinder zu machen ist eine Schweinerei"; die Folge sind Probleme mit Eierstöcken und Hoden. Nennen wir das Ganze <Prüderie>. Der höhere Sinn menschlicher Sexualität ist aber das Bewusstsein neues Leben zu schaffen. Psychisch gesunde Eltern sind zudem stolz, mit der Zeugung ihre Gene weiterzugeben. Wir erkennen uns in unseren Kindern wieder und das sollen wir auch. Ist das Bild von der eigenen herrlichen Schaffenskraft aber gestört, dann fehlt auch die Freude am Selbstausdruck beim Sex. Hier die Rubriken:

+ Probleme mit Ovarien und Hoden
+ Fehlende Erektionen beim Mann
+ Genussloser Koitus bei der Frau

Rhodium ist das teuerste Edelmetall überhaupt. <Edel> zu sein ist verwandt mit <adlig>: Rhodium könnte somit aus der höchsten Kaste kommen, dem Geldadel. Das ist meine Theorie, denn über das gesunde Mittelbild weiß ich noch nichts. Im kranken Mittelbild existiert eine Angst, aus der Höhe zu stürzen. Zwei weitere Einträge weisen auf das Temperament Steinbock hin:

+ Träume vom Fallen aus großer Höhe
+ Große Angst zu versagen
+ Ringen um Anerkennung

Der kranke Rhodium-Typ ist der Meinung, dass er sich seinen edlen Status hart erarbeiten muss; dass ihm nichts zufliegt. Die innere Programmierung lautet: "Ich schaffe es nicht und werde wieder nur Zweiter!" Diese Programmierung ist maximaler Stress und zeigt eindrucksvoll das eher junge Stadium 9.

Kommen wir zum Schluss, mit weiteren Rubriken:

+ Meinung der anderen ist wichtig
+ Herzschläge setzen aus
+ Schmerzhafte Diarrhö

Es ist ein ständiges Bemühen vor anderen ein gutes Bild abzugeben und den Erwartungen anderer zu entsprechen. Auf der Bühne der Öffentlichkeit sind kranke Rhodium-Typen äußerst angespannt und haben Lampenfieber: Herzsymptome und Diarrhö sind das Ergebnis. Sie haben Angst durchzufallen.

Kommen wir zurück zum <mangelnden inneren Halt>. Mein Lösungsansatz ist: Der Rhodium-Typ braucht - ähnlich wie die kranke Pulsatilla - festes Bandagieren um den Glauben an den inneren Zusammenhalt der Dinge zurück zu gewinnen. Karmisch verbergen sich hinter diesem geheimnisvollen Geist-Symptom traumatische Wegreißungs- und Auflösungserlebnisse.

Mittwoch, 7. März 2018

Hochsensibilität und Homöopathie Teil 1


Als die Homöopathie begründet wurde kannten Ärzte den Begriff der <Überempfindlichkeit>. Später nannte man Menschen mit einem besonderen Nervensystem <vegetativ labil>. Heutzutage existieren, von vielen Buchveröffentlichungen begleitet, Konzepte mit dem Oberbegriff der <Hochsensibilität>. Der Begriff hat den Vorteil, dass er weniger wertend ist. Die Homöopathie hat entsprechende Mittel, wobei ich zugeben muss weder praktische Erfahrung zu haben noch zu wissen, welche Befindlichkeiten, die ich im Artikel schildere, bei welchem Arzneityp gebessert werden können.

Ich habe Rubriken aus Barthels Synthetischem Repertorium ausgewählt, welche den besonderen Nervenstatus der Hochsensiblen darstellen. Sie finden diese Rubriken jeweils eingerückt, dahinter die Seitenzahl. Es geht jetzt um 7 Arzneien. Sicherlich gibt mehr, aber mir geht es ausnahmsweise darum große Mittel dazustellen, weil darüber mehr klinische Erfahrung vorliegt. Beginnen wir mit Barium carbonicum.

Wer den Film „Forrest Gump“ gesehen hat, kennt diesen Arzneityp. Der kranke Barium ist schwerfällig, (erscheint) dumm und hat bei Frauen keine Chance. Der gesunde hat sich eine stoische Selbstversenkung angeeignet, wie wir sie ebenfalls bei Forrest sehen können, vor allem in den herrlichen Szenen als Forrest, gefolgt von seinen Lauf-Jüngern durch die Lande joggt. Wenden wir uns dem hochsensiblen Typ zu: Das Barium-Kind versteckt sich nicht nur, weil es Minderwertigkeitsgefühle hat, sondern auch weil die schnelle und anspruchsvolle Umwelt für ihn eine krasse Überforderung darstellt. Die Rubrik heißt:

<Abneigung gegen Gesellschaft>, Seite 101 f.>

Für ihn wäre ein Zeitalter zuträglich, in welchem die 10 Stufen des Müßiggangs erfunden wurden. In dieser Umwelt würde er niemals verspottet. Halten wir fest: Das soeben in rot Gedruckte ist der erste Baustein für Hochsensibilität. Doch wie kommt es zu dieser Überforderung?

Hochsensible Menschen wie Calcium, Pulsatilla oder Staphysagria sind dünnhäutig und ihre Aura vielleicht löchrig. Damit werden sie empfänglich für fast alles was in ihrer Umwelt geschieht … und derart verwirrt wie das beispielsweise von Pulsatilla bekannt ist. Das Ergebnis ist Anteilnahme und in ausgeprägter Form sogar Sozialkompetenz. Eine leicht veränderte Mimik im Partner … und schon reagiert Staphysagria mit Fragen: „Was ist mit Dir?“ Die Rubrik heißt:

<Schreckliche Dinge ergreifen sie tief>, Seite 162

Damit verwandt ist folgende Rubrik:

<Erschreckt leicht>, Seite 58

Der geringste Windhauch reißt eine kranke Natrium carbonicum-Person aus der Bahn. Der Grund liegt in einem Nervensystem, das gewissermaßen wie Espenlaub reagiert. Der kleinste Auslöser und es geht ein böser Ruck durch den ganzen Körper.

Gehen wir eine Ebene tiefer. Was bewegt diese Menschen? Es sind Ängste, die wir in folgender Rubrik finden:

<Voller Sorgen>, Seite 172

Es fehlt an einer gesunden Wurschtigkeit, aber auch an Urvertrauen, dass da schon kein wirklich gefährliches Geräusch ist. An den zahlreichen Sorgen kann man therapeutisch arbeiten, um das *sich immer mehr verzweigende Sorgenbäumchen* (ein Arbeitsbegriff von mir) zurückzustutzen. Ängste können sich sonst unbehandelt immer weiter verzweigen, bis der Baum alles andere überwuchert. Anfällig dafür sind besonders astrologische Jungfrau-Monde.

Pulsatilla ist hochsensibel, weil sie aus 99% Gefühl besteht. Emotion ist etwas Fließendes. Die pulsatillische Emotion ist hochbeeinflussbar und gerade Pulsatilla in ihrer Orientierungslosigkeit und Naivität ist anfällig. Naiv ist ebenfalls der klassische Sulphur. Seine Hochstapelei ist auch das Ergebnis einer Angstfreiheit, ihm geschehe wohl nichts, auch wenn er als Gauner oder Fremdgänger auffliegt. Treibt Sulphur seine herablassenden Spiele und seine Frauenverachtung auf die Spitze, dann kann er tief fallen. Alles wird schwer. Er versinkt in Sorgen, erschreckt sich an jedem kleinen Geräusch und verlässt das Zimmer nur noch zum Brötchenholen. Halten wir fest: Sulphur ist von Natur aus nicht hochsensibel, wird es aber nach einer schweren Dekompensation.

Das Problem bei Staphysagria ist der schwere Mangel an Wehrhaftigkeit. Deshalb wird er von anderen fertig gemacht. Diese Machtlosigkeit befeuert seine Ängste und die muss er kompensieren. Ich möchte das nicht ausführen und bitte meine Leser, es in Philip Baileys Psychologische Homöopathie nachzulesen. Der Herr Doktor schildert ein halbes Dutzend Subtypen von Staphysagria und wie sie ihre Lebensenttäuschung aufarbeiten.

Es fällt auf, dass in meiner Liste drei Arzneien sind mit Karbon-Anteil: Barium-, Calcium- und Natrium carbonicum. Bei den Metallsalzen ist es oft so, dass die Zweitsubstanz, also hier der Kohlenstoff, dazu da ist die Schwächen der Erstsubstanz zu kompensieren. Sorgen, Schreckhaftigkeit und Rückzugswunsch kompensieren diese Arzneitypen durch den Ankauf von Gold und Silberbarren, einer Hinwendung zu Gott und einer Suche nach Halt in ihren Familien.

Im zweiten Teil möchte ich Theorien hochladen, wie ein Mensch überhaupt zum Hochsensiblen wird. Was könnte die Löcher eingerissen und ihn damit schreckhaft gemacht haben?

Weitere Infos erhalten Sie in folgenden Büchern und eBooks von mir:




Dienstag, 6. März 2018

Überschüssiges Feuer und metallisch-bitterer Geschmack


Es gibt Menschen, die absonderliche Dinge schmecken, die sie nie gegessen haben. Man könnte sich darüber amüsieren, wenn es nicht so ernst wäre. Ich habe herausgefunden, dass sogar veränderte Geschmacksempfindungen mit dem Charakter zusammenhängen. Nehmen wir doch als Beispiel den metallisch-bitteren Geschmack. Dazu fand ich vier Homöopathika: Cuprum, Ipecacuanha, Nuv vomica und Rhus tox.

Das Empfinden einen metallischen Geschmack im Mund zu haben ist ein Hinweis auf Kühle statt Emotion. Eine Überleitung also zum Metall Kupfer:

Wir finden die Unterkühltheit wieder in der <Selbstkontrolle> von Cuprum, in der <Leistungsorientierung> von Nux vomica, mit welcher er Gefühle wegdrückt, sowie in der <Ernsthaftigkeit> von Rhus-tox - einer Tugend, die oftmals nichts anderes ist als gnadenlose Selbstkontrolle. Gut kompensiert funktioniert das eine Weile im Leben und die Betroffenen sind stolz darauf, doch irgendwann brechen Gefühle durch, das heißt: Auch der <bittere Geschmack> kann wörtlich gedeutet werden - als Verbitterung darüber, dass die unter Härten vollbrachte Leistung nicht anerkannt wurde. „Nie lobt mich jemand!“ Wie denn auch, wenn diese Charaktere derart verschlossen sind und meinen andere müssten ihnen die Mühen irgendwie ansehen (Steinbock)?

Ip, Nux und Rhus tox sind oft feurige Persönlichkeiten. Wir finden das im Löwe-Temperament wieder. Ip hat Wutanfälle, Nux gerät leicht in Zorn und der Rhus-Charakter hat eine starke Löwe-Seite, weil er in vielen Herzrubriken vorkommt. Das Herz ist astro-medizinisch dem Löwen zugeordnet. Sehr viel Feuer verändert offenbar das Geschmacksempfinden. Das verwundert nicht, sind die Sekrete der Schleimhäute doch dem Mond und damit Gefühlen zugeordnet. Das alles entspricht im Ayurveda einem erhöhten Pitta. Wir haben also die Möglichkeit solche Patienten auch ernährungstechnisch zu beraten. Nux ist ein Optimist, der in seiner Begeisterungsfähigkeit leicht fanatisch werden kann – als Beispiel. Bei <Fanatismus> denke ich immer auch an Pluto, den Befeuerer der Vulkane. Das Aufbrausende ist typisch für Kupfer, Ip und Nux.

Weitere Information zur Astrologie erhalten Sie in folgendem Buch von mir: