Empfohlener Beitrag

Merkur Aspekt Saturn - Vom Lernen und der Ignoranz

Donnerstag, 10. August 2017

Homöopathie und der unruhige Mond Teil 3

Während die astrologische Sonne unser bewusstes Wollen symbolisiert, steht der Mond für das (unbewusste) Wünschen und Empfinden. Es hängt im Horoskop vorwiegend von Aspekten ab, die der Mond wirft, ob wir in unserem Empfinden sanft durch den Tag gleiten oder ob wir leicht durch innere und äußere Impulse aufgescheucht werden. Liebe Leser, Sie lesen den dritten und letzten Teil meiner Serie über den <unruhigen Mond>. Was das genau ist, das möchte ich an fünf weiteren Beispielen aus Arzneimittelbildern aufzeigen.

Wir machen weiter mit zwei Insekten. Als ich kürzlich im Garten eine große Fläche mit Unkraut herausriss, störte ich einige Insekten in ihrer heiligen Ruhe, … oder war es Fleiß? Ich wurde sofort von Ameisen angegriffen. Die meisten Insektenpersönlichkeiten der Homöopathie sind außerordentlich lebhaft, manche auch sehr fleißig und es ist ihre Gemeinsamkeit viel Feuer zu haben: „wilde Hummeln.“ Entsprechend feurig sind ihre Symptome. Im Internet fand ich eine Fallgeschichte zur Gottesanbeterin Mantis religiosa: http://bit.ly/2usjpBT. Die Autorin beschreibt ihre Klientin als <extrem reizbar>. Diese erzählt:

„Als sich mein extrem anstrengender Sohn wieder einmal wie ein Affe benahm, hatte ich folgenden Gedanken im Kopf: Ihn einfach zu erwürgen.“

Photo: Wikimedia commons; Alvesgaspar

Die extreme Reizbarkeit ist astrologisch Mond Konjunktion Mars, während das Tabu der tötenden Mutter Mond Konjunktion Pluto entspricht.

Zum nächsten: Der Tausendfüßler gehört zu den Arzneipersönlichkeiten mit <Furcht verhext zu werden>1). Es sind ängstliche Menschen, welche über ihre Präcordialangst2) ausdrücken wie wichtig ihnen ihr Ego ist, also auch ein astrologisches Löwe-Thema. Bei Scolopendra morsitans finden wir eine Kombination aus Mond im Aspekt zu Uranus und Mond zu Pluto. Die Patientin kommt mit einer <unregelmäßigen Menstruation>3) in die Praxis. Die Monatsblutung wird dem Mond zugeordnet, weil der Menstruationszyklus ungefähr mit dem Mondumlauf übereinstimmt. Außerdem geht es ja um das Gebären und somit auch um das Mutter-Kind Thema. Es gibt noch ein weiteres Organ, das astromedizinisch auf den Mond passt: Der Magen. Wenn wir ein sehr lebhaft-eruptives Gefühlsleben haben, dann ist der Magen oft mitbetroffen. Er reagiert dann wie beim Tausendfüßler mit <Übelkeit, Erbrechen, Brennen im Magen>4). (Übrigens: <Brennende Schmerzen> können allein schon ein guter Hinweis sein an ein Insektenmittel zu denken.)

In der Homöopathie werden auch Metalle als Substanzen verordnet. Wir finden sie wieder im Periodensystem der Elemente. Die Substanz Tantalum steht dort in der Goldserie und Stadium 5. Der Machtanspruch, typisch für die Goldserie, taucht bei Tantal in der Verzerrung <großartiger Ideen ohne Umsetzung>, zusammen mit einer <Realitätsferne>5) auf. Auf Tantal passen labile6) Klienten mit einem <Mangel an Konzentrationsfähigkeit>7). Der kranke Tantal-Patient kommt in die Praxis in einem <extrem nervösen, unruhigen Zustand>8). Ein weiteres klinisches Symptom sind <Wutausbrüche>9). Astrologisch ist alles wie gehabt: Die Unruhe ordne ich Mond-Uranus und die Wutausbrüche Mond-Pluto zu. Das Herumzappeln passt natürlich auch auf das Zwillinge-Temperament.

Wir machen weiter mit einer Nosode. Diese Substanzen werden aus Krankheitserregern gewonnen: Tuberculinum, aus Tuberkelbakterien. Dieser Arzneityp ist ein ebenso geistiger Typ wie Tantal. Er hat Zwillinge- und dazu noch Wassermann-Anteile. Es sind ruhelose Menschen, die gerne foppen, mit einer modernen Lebenseinstellung, bei emotionaler Oberflächlichkeit. Als ich die Nosoden studierte fiel mir auf, dass wir es mit vielfarbigen Charakteren zu tun haben, denen man mit kurzen Beschreibungen nie gerecht wird. Typisch für Nosoden ist außerdem eine <Besessenheit>10). Wir finden sie bei Tuberculinum im <Kreischen des Kindes>11). Wutausbrüche haben viele andere Arzneitypen auch, aber bei Tuberculinum sind sie von <Zerstörungswut>12) unterlegt. Warum <besessen>? Das Problem einer Zerstörungswut ist, dass wir uns nicht mehr unter Kontrolle haben. <Besessenheit> (englisch: obsession) bedeutet, dass etwas von uns Besitz ergreift und uns erst nach vollbrachter Tat wieder loslässt, um dorthin zu verschwinden, wo es auch immer herkam. Klienten sind daher oft erleichtert, wenn sie eine Nosode bekommen und von dieser inneren Geißel befreit werden.

Die Homöopathie verfügt auch über Mittel, die auf Hysterie passen. Zuerst sollten wir uns damit beschäftigen, was das überhaupt ist. Hysteriker sind „durch den Wind“, weil ihre Gedankenwelt un-zusammen-hängend ist. Es fehlt an innerer Ruhe um folgerichtig zu denken: „Was folgt auf was? – Ist das alles eigentlich logisch?“ Sie können nicht auf ein solides Selbst zurückgreifen, das es ihnen ermöglichen würde zwischen wichtigen, weniger wichtigen und unbedeutenden Umwelteindrücken zu unterscheiden, Beispiel: Eine junge Mutter stillt gerade. Es klingelt an der Tür und etwas steht auf dem Herd. Ist sie Hysterikerin, dann wird sie durch diese Situation überfordert, denn sie kann ohne Hilfe die Gesamtsituation nicht unter Kontrolle bekommen. Natürlich hat das auch emotionale Konsequenzen! Nehmen wir die Homöopathie: Valeriana-Klienten passen in dieses Muster. Sie <zittern vor Erregung>13), <toben und fluchen>14) – beides Symptome einer Überforderung.

Mit dem Baldrian schließe ich nun diese kleine Serie ab und hoffe, dass Sie, liebe Leser, etwas mitnehmen konnten, das Sie noch nicht wussten. Ich werde mich in den nächsten Tagen mit den Kaliumsalzen beschäftigen und dazu den versprochenen Blogartikel hochladen. Ihnen ein erholsames Wochenende!

Anmerkungen:

1) Roger van Zandvoort: Complete Repertory Mind, S. 112
2) Murphy: Klinische Materia Medica, S. 1834
3) ebenda
4) ebenda
5) Beides sind Schlüsselbegriffe nach Jan Scholten
6) Patricia LeRoux: Metalle in der Homöopathie, S. 350
7) Schlüsselbegriff nach Jan Scholten
8) Patricia LeRoux: Metalle in der Homöopathie, S. 349
9) ebenda
10) Schlüsselbegriff nach Harry van der Zee
11) Roger van Zandvoort: Complete Repertory Mind, S. 407
12) Murphy: Klinische Materia Medica, S. 2091
13) Roger van Zandvoort: Complete Repertory Mind, S. 231
14) Murphy: Klinische Materia Medica, S. 2118

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen