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Dienstag, 8. August 2017

Homöopathie und der unruhige Mond Teil 2

Während die astrologische Sonne unser bewusstes Wollen symbolisiert, steht der Mond für das (unbewusste) Wünschen und Empfinden. Es hängt im Grundhoroskop vorwiegend von Aspekten ab, die der Mond wirft, ob wir in unserem Empfinden sanft durch den Tag gleiten oder ob wir leicht durch innere und äußere Impulse aufgescheucht werden. Thema dieser Serie soll ein <unsteter, unruhiger Mond> sein. Was das genau ist, das möchte ich im zweiten Teil homöopathisch aufzeigen.

Wir machen weiter mit Guajacum. Das ist ein Baum. Diese Arzneipersönlichkeit ist bekannt als radikaler Skeptiker, der alles was auch nur entfernt nach Esoterik ausschaut mit Spott überzieht (entspricht Saturn im 12. Haus und in Fische). Dieser gereizte Mensch entwickelt <Angst wenn Druck auf seinen Magen ausgeübt wird>.1) Er befürchtet, dass etwas hochkommen könnte, das ihm <zu nahe geht>. Belegen kann ich diese Schlussfolgerung aus folgender Rubrik: Er <glaubt alles um ihn herum sei zu nah>.2) Er braucht also mehr Abstand zu Dingen und Menschen als üblich, um sich kontrollieren zu können. (Ein radikaler Skeptiker hält natürlich auch nichts von Psychosomatik!)

Die Arzneipersönlichkeit Helleborus hat es nicht leicht. Professor Vithoulkas schreibt über ihn: „Er befindet sich in der Hölle.“ Das sagt man nicht so leicht. Wen wundert es, dass dieser Arzneityp leicht aufzuscheuchen ist? Er <gerät leicht in Zorn>3) und er steckt in einer <verzweifelten Traurigkeit>4). Plutonische Traurigkeit wie hier anzutreffen ist zäh; sie ist gekennzeichnet durch eine extreme Ergriffenheit und Helleborus ist ein extremer Typ.

Sehr leicht aufgebracht ist auch der Arzneityp Hepar sulpuris calcarea: Es ist <plötzliche Wut>5), die aus dem Nichts aufsteigt und sich ausdrücken will. Der Betroffene steht stark unter Spannung. Er <isst und trinkt hastig>6) und er neigt zu <Widerspenstigkeit>7). Seine heftigen Gebärden und sein Hochmut lassen darauf schließen, dass auch er vom Geistvater Uranus beseelt ist.

Ein berühmtes starkes Brechmittel ist Ipecacuanha. Wenn wir den Magen als Magmenkammer sehen und die Speiseröhre als Schlot, dann können wir einen schönen Crossover hinbekommen aus Vulkanologie und Psychosomatik. Was bei diesem Arzneityp hochsteigt ist extreme Wut. Hier die Einträge: <Launenhaftigkeit>8), <Wutanfälle>9) und ein <spasmodischer Husten>10), der die krampfhaft zusammenballende Wut im Körper anzeigt.

Eines der schönsten Mond-Uranus Mittel ist die Katzenmilch (Lac felinum). Diese Person <setzt wegen ihrer Unabhängigkeit die Beziehung aufs Spiel>11). Sie <fordert sehr viel Freiheit. Sollte der Partner klammern, [...] so fühlt sie sich wie erstickt oder erwürgt. Sie hat immense Bindungsangst>12). Das soeben erwähnte Erstickungsgefühl wird als <Tonsillitis> deutlich.


Diese Buchstabenreihe möchte ich abschließen mit dem Spinnenmittel Loxosceles reclusa. Es ist eine sehr verschlossene und sehr zerstörerische Persönlichkeit. In der <Zurückgezogenheit> und <Selbstgerechtigkeit> erkennen wir einen Steinbockanteil und in der Selbstmordneigung, Raserei und Obstipation den Skorpion. Beide Temperamente symbolisieren sehr deutlich die brütend-schwere Grundnatur. Der Mond-Uranus Aspekt kommt als <Exzentrik>13) zum Ausdruck und die <Tobsucht>14) als Mond-Pluto.

Anmerkungen:

1) Roger van Zandvoort: Complete Repertory Mind, S. 48
2) Roger van Zandvoort: Complete Repertory Mind, S. 137
3) Barthels Synthetisches Repertorium, S. 262
4) Roger van Zandvoort: Complete Repertory Mind, S. 391
5) Roger van Zandvoort: Complete Repertory Mind, S. 22
6) Repertorium Synthesis von 2005, S. 105
7) Barthels Synthetisches Repertorium, S. 256
8) Repertorium Synthesis von 2005, S. 123
9) Repertorium Synthesis von 2005, S. 251
10 Boericke, Homoeopathic Materia Medica, S. 891
12) Farokh Master: Milchmittel in der Homöopathie, S. 97
13) Repertorium Synthesis von 2005, S. 54
14) Murphy: Klinische Materia Medica, S. 1231

Im dritten Teil schauen wir uns erneut sechs Arzneipersönlichkeiten mit ihrer jeweiligen eruptiven Befindlichkeit an.


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