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Dienstag, 8. August 2017

Homöopathie und der unruhige Mond - Teil 1

Während die astrologische Sonne unser bewusstes Wollen symbolisiert, steht der Mond für das (unbewusste) Wünschen und Empfinden. Es hängt im Horoskop vorwiegend von Aspekten ab, die der Mond wirft, ob wir in unserem Empfinden sanft durch den Tag gleiten oder ob wir leicht durch innere und äußere Impulse aufgescheucht werden. Thema dieser Serie soll ein <unsteter Mond> sein. Was das genau ist, das möchte ich im ersten Teil mit den Buchstaben A bis D homöopathisch aufzeigen.

Beginnen wir mit Angustura vera. Es handelt sich um einen zarten Menschen, der – innerlich schwankend - oft in seinem Kleinmut festsitzt. Kleinmütige Menschen leben meist in einer kleinen Welt. Es fehlt hier an innerer Ausgeglichenheit, was ein astrologisches Waage-Problem ist. Ihr Unmut über eine winzige Beleidigung entlädt sich sofort in Streit und Zank (vgl. Murphys Klinische Materia Medica, S. 162 f.).

Der Beifuß-Mensch geht nach plötzlichen Impulsen hoch. In den folgenden Beschreibungen entdecken wir Entsprechungen zum Mond-Uranus Aspekt, die alle auf Artemisia vulgaris passen:

„Plötzliches Weinen. Heftige Krämpfe im Abdomen mit unregelmäßiger Menstruation. Heftige Kontraktionen des Uterus. Spasmen während den Menses.  ~ Murphys Klinische Materia Medica, S. 249 f.



Astrologen erkennen den Geistvater des Beifuß-Menschen: Uranus. Seine Schlüsselbegriffe sind: Plötzlichkeit, Unregelmäßigkeit, sowie Krämpfe (Spasmen). Dem astrologischen Mond sind das Abdomen (Bauchraum), sowie die Mensis (Monatsblutung) zugeordnet. Der Kollege Andreas Bunkahle bringt diese Beschwerden mit <heftigen Gemütsbewegungen> in Verbindung, Quelle: www.bunkahle.com/Materia_medica/Arznei1.shtml. <Heftigkeit> ist auch ein  uranischer Schlüsselbegriff.

Wir kommen zu Benzoicum acidum, (Benzoesäure). Säure-Persönlichkeiten in der Homöopathie sind tief empfindende Menschen mit einer Neigung zur Selbstverletzung und mit sehr engen Partnerbeziehungen, in welche sie sich hundertprozentig einbringen. Dieser Arzneityp ist stark ortsgebunden. Wir erkennen den Charakterzug am Symptom <Bewegung verschlechtert die meisten Symptome>, zitiert nach Murphys Klinischer Materia Medica, S. 338. Diesem Ruhebedürfnis kann der kranke Arzneityp nicht mehr nachkommen, denn er kann nicht loslassen:

„Der Patient hat das Gefühl, aufmerksam sein zu müssen und nicht schlafen zu dürfen, um für jegliche Gefahr bereit zu sein.“ ~ Quelle: Massimo Mangialavori: Die Säuren in der Homöopathie, S. 47

In Cimicifuga haben wir erneut in Mittel, das die astrologische Waage erkennen lässt. Der Eintrag lautet: <Unschlüssigkeit>, nach Zandvoorts Mind Rep, S. 304. Dieser Frauentyp neigt zur <Manie>, die mit unterdrückten Monatsblutungen zu tun hat. (In diesem Zusammenhang weise ich immer wieder darauf hin wie sehr die Gebärmutter eruptive Befindlichkeiten miterlebt oder gar befeuert. Wird sie herausgenommen, so kann es sein, dass jegliche spontane Heftigkeit in der betroffenen Frau stirbt.) Viele Cimicifuga-Frauen sind hellfühlig. Sie können die Dimension der Zeit kurzzeitig verlassen. Das kann ich sehr schön aufzeigen an folgender Rubrik, die ich bei Harry van der Zee in seinem Miasmen-Buch fand:

„Die Ängste Cimicifugas vor dem Tod, nahender Gefahr, ermordet oder vergiftet zu werden, sind vorausahnender Natur, […].“ Seite 95

Die Angst vor Ermordung ist aus meiner Sicht seltener eine Paranoia, sondern eher eine karmische Erinnerung. Hellfühlende Frauen wurden in der Vergangenheit verraten, verfolgt und getötet. Diese Erfahrung hat die kollektive Hexenseele gespeichert. (Noch eine Bemerkung zum Geistvater Uranus bei Cimicifuga: Eines der großen Symptome dieses Mittels ist das <Gefühl von Drähten eingeschlossen zu sein>. Das zeigt die Furcht vor dem Verlust der Freiheit. Daraus wollen sie sich <ruckartig> befreien.) Cimicifugas sind extravertiert und verspielt. Das ist ihre astrologische Zwillinge-Seite.

Eine schöne Orchidee ist der Frauenschuh Cypripedium pubescens. Das Mittel ist bekannt geworden durch Kinderpatienten, die nachts aufwachen, hellwach sind und stundenlang spielen. Die Unterbrechung des Schlafs sehe ich als schöne Übersetzung für Mond-Uranus. Wir finden den Aspekt wieder in folgender Rubrik:

„Zittern und Zucken der Glieder,“ nach Murphys Klinischer Materia Medica, S. 712.

Diese Menschen neigen zum <Jähzorn>. Diese innere Befindlichkeit nennen wir Astrologen Mond Aspekt Uranus und Mond Aspekt Pluto.

Zum Schluss kommen wir zu Drosera rotundifolia, dem Sonnentau. Es handelt sich um Menschen aus dem fixen Dreieck der Astrologie: Stier, Löwe und Skorpion. Sie sind eigensinnig, stolz und sehr skeptisch. Der kranke Drosera-Mensch bildet sich ein ständig betrogen zu werden. Kleinigkeiten reichen aus um diesen ungeduldigen Menschen zum Kochen zu bringen. Seine skorpionisch-plutonische Dunkelheit finden wir als Symptom wieder im <spasmodischen Husten>. Er ist ein Hinweis auf eine <Furcht vor Geistern>.

Im zweiten Teil schauen wir uns erneut sechs Arzneipersönlichkeiten mit ihrer jeweiligen eruptiven Befindlichkeit an.


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