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Merkur Aspekt Saturn - Vom Lernen und der Ignoranz

Samstag, 19. August 2017

Der Begriff des Besitzes im fixen Kreuz

Kein anderes astrologisches Kreuz wie das fixe wird so stark vom Thema des Besitzes regiert! Die meisten Astrologieanfänger haben gelernt, dass Besitzen im 2. und 8. Haus zu finden ist. Diese Information ist unvollständig. Wir werden jetzt das <Haben> durch die "Brille" aller 4 Temperamente anschauen. Schlüsselbegriffe für die Formen des Erwerbs sind rot markiert.

Das Besitzthema in seiner einfachsten Form finden wir im 2. Haus und im Stier. Stellen wir uns eine Familie vor, die auswandert. Sie betritt zunächst das für sie neue Land (was dem Widder und dem 1. Haus entspricht). Dort erwirbt sie für ihre Schafzucht Land. Nachdem sie ihr Land in Besitz genommen hat, wird es eingezäunt. Damit soll anderen vermittelt werden: „Das hier gehört nicht Dir!“

Das 5. Haus ist verwandt mit dem Löwen. Er ist der Pascha und Beschützer seines Rudels. Der bayerische Löwe im Wappen zeigt uns, von welchem Tierkreiszeichen das alte Königreich bis heute regiert wird: Im Allgäu beispielsweise fragt man auf dem Lande ein unbekanntes Kind, wenn es ohne Begleitung herumläuft: „Wem ghörscht?“ (hochdeutsch: „Wem gehörst Du?“). In der Allgäuer Kollektivseele ist das Kind bis zum Erwachsenenalter im Besitz des Haushaltsvorstandes, gewissermaßen eine Erweiterung seines Ichs. Vom berühmten Sonnenkönig gibt es ja den Spruch <L’Etat c’est moi!> (zu deutsch: „Der Staat, das bin ich!“).

Bayerisches Staatswappen - Quelle: Antenne Bayern

Im 8. Haus werden wir Treuhandverwalter fremden Eigentums. Wir verwalten Geld, das uns nicht gehört im besten Einvernehmen und zum Wohl des Eigentümers. Leider gibt das auch als Missbrauch, … nämlich als uneingestandenen Trieb, die Lieben der Familie als Besitz zu betrachten. Meine Beobachtung ist, dass Menschen mit Mond oder Saturn im 8. Haus dazu neigen ihre Lieben emotional abhängig zu machen, damit sie schwach bleiben. Dazu werden sie unselbständig gehalten, damit sie nicht auf die Idee kommen auszuwandern.

Im 11. Haus gibt es das kollektive Eigentum. Wir finden es in den sozialistischen israelischen Kibbuzim. Diese Menschen arbeiten auf dem Land beispielsweise als Oliven- oder Dattelbauern. Sie haben einen Raum, in welchem ihre Geräte als Gemeineigentum aufgehoben sind. Eine Gruppennutzung von Gütern ist ebenfalls typisch für Ordensleute. Ordensbrüder, Trinkbrüder oder Logenbrüder sind ja wichtige Schlüsselbegriffe für das 11. Haus.  

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Donnerstag, 10. August 2017

Homöopathie und der unruhige Mond Teil 3

Während die astrologische Sonne unser bewusstes Wollen symbolisiert, steht der Mond für das (unbewusste) Wünschen und Empfinden. Es hängt im Horoskop vorwiegend von Aspekten ab, die der Mond wirft, ob wir in unserem Empfinden sanft durch den Tag gleiten oder ob wir leicht durch innere und äußere Impulse aufgescheucht werden. Liebe Leser, Sie lesen den dritten und letzten Teil meiner Serie über den <unruhigen Mond>. Was das genau ist, das möchte ich an fünf weiteren Beispielen aus Arzneimittelbildern aufzeigen.

Wir machen weiter mit zwei Insekten. Als ich kürzlich im Garten eine große Fläche mit Unkraut herausriss, störte ich einige Insekten in ihrer heiligen Ruhe, … oder war es Fleiß? Ich wurde sofort von Ameisen angegriffen. Die meisten Insektenpersönlichkeiten der Homöopathie sind außerordentlich lebhaft, manche auch sehr fleißig und es ist ihre Gemeinsamkeit viel Feuer zu haben: „wilde Hummeln.“ Entsprechend feurig sind ihre Symptome. Im Internet fand ich eine Fallgeschichte zur Gottesanbeterin Mantis religiosa: http://bit.ly/2usjpBT. Die Autorin beschreibt ihre Klientin als <extrem reizbar>. Diese erzählt:

„Als sich mein extrem anstrengender Sohn wieder einmal wie ein Affe benahm, hatte ich folgenden Gedanken im Kopf: Ihn einfach zu erwürgen.“

Photo: Wikimedia commons; Alvesgaspar

Die extreme Reizbarkeit ist astrologisch Mond Konjunktion Mars, während das Tabu der tötenden Mutter Mond Konjunktion Pluto entspricht.

Zum nächsten: Der Tausendfüßler gehört zu den Arzneipersönlichkeiten mit <Furcht verhext zu werden>1). Es sind ängstliche Menschen, welche über ihre Präcordialangst2) ausdrücken wie wichtig ihnen ihr Ego ist, also auch ein astrologisches Löwe-Thema. Bei Scolopendra morsitans finden wir eine Kombination aus Mond im Aspekt zu Uranus und Mond zu Pluto. Die Patientin kommt mit einer <unregelmäßigen Menstruation>3) in die Praxis. Die Monatsblutung wird dem Mond zugeordnet, weil der Menstruationszyklus ungefähr mit dem Mondumlauf übereinstimmt. Außerdem geht es ja um das Gebären und somit auch um das Mutter-Kind Thema. Es gibt noch ein weiteres Organ, das astromedizinisch auf den Mond passt: Der Magen. Wenn wir ein sehr lebhaft-eruptives Gefühlsleben haben, dann ist der Magen oft mitbetroffen. Er reagiert dann wie beim Tausendfüßler mit <Übelkeit, Erbrechen, Brennen im Magen>4). (Übrigens: <Brennende Schmerzen> können allein schon ein guter Hinweis sein an ein Insektenmittel zu denken.)

In der Homöopathie werden auch Metalle als Substanzen verordnet. Wir finden sie wieder im Periodensystem der Elemente. Die Substanz Tantalum steht dort in der Goldserie und Stadium 5. Der Machtanspruch, typisch für die Goldserie, taucht bei Tantal in der Verzerrung <großartiger Ideen ohne Umsetzung>, zusammen mit einer <Realitätsferne>5) auf. Auf Tantal passen labile6) Klienten mit einem <Mangel an Konzentrationsfähigkeit>7). Der kranke Tantal-Patient kommt in die Praxis in einem <extrem nervösen, unruhigen Zustand>8). Ein weiteres klinisches Symptom sind <Wutausbrüche>9). Astrologisch ist alles wie gehabt: Die Unruhe ordne ich Mond-Uranus und die Wutausbrüche Mond-Pluto zu. Das Herumzappeln passt natürlich auch auf das Zwillinge-Temperament.

Wir machen weiter mit einer Nosode. Diese Substanzen werden aus Krankheitserregern gewonnen: Tuberculinum, aus Tuberkelbakterien. Dieser Arzneityp ist ein ebenso geistiger Typ wie Tantal. Er hat Zwillinge- und dazu noch Wassermann-Anteile. Es sind ruhelose Menschen, die gerne foppen, mit einer modernen Lebenseinstellung, bei emotionaler Oberflächlichkeit. Als ich die Nosoden studierte fiel mir auf, dass wir es mit vielfarbigen Charakteren zu tun haben, denen man mit kurzen Beschreibungen nie gerecht wird. Typisch für Nosoden ist außerdem eine <Besessenheit>10). Wir finden sie bei Tuberculinum im <Kreischen des Kindes>11). Wutausbrüche haben viele andere Arzneitypen auch, aber bei Tuberculinum sind sie von <Zerstörungswut>12) unterlegt. Warum <besessen>? Das Problem einer Zerstörungswut ist, dass wir uns nicht mehr unter Kontrolle haben. <Besessenheit> (englisch: obsession) bedeutet, dass etwas von uns Besitz ergreift und uns erst nach vollbrachter Tat wieder loslässt, um dorthin zu verschwinden, wo es auch immer herkam. Klienten sind daher oft erleichtert, wenn sie eine Nosode bekommen und von dieser inneren Geißel befreit werden.

Die Homöopathie verfügt auch über Mittel, die auf Hysterie passen. Zuerst sollten wir uns damit beschäftigen, was das überhaupt ist. Hysteriker sind „durch den Wind“, weil ihre Gedankenwelt un-zusammen-hängend ist. Es fehlt an innerer Ruhe um folgerichtig zu denken: „Was folgt auf was? – Ist das alles eigentlich logisch?“ Sie können nicht auf ein solides Selbst zurückgreifen, das es ihnen ermöglichen würde zwischen wichtigen, weniger wichtigen und unbedeutenden Umwelteindrücken zu unterscheiden, Beispiel: Eine junge Mutter stillt gerade. Es klingelt an der Tür und etwas steht auf dem Herd. Ist sie Hysterikerin, dann wird sie durch diese Situation überfordert, denn sie kann ohne Hilfe die Gesamtsituation nicht unter Kontrolle bekommen. Natürlich hat das auch emotionale Konsequenzen! Nehmen wir die Homöopathie: Valeriana-Klienten passen in dieses Muster. Sie <zittern vor Erregung>13), <toben und fluchen>14) – beides Symptome einer Überforderung.

Mit dem Baldrian schließe ich nun diese kleine Serie ab und hoffe, dass Sie, liebe Leser, etwas mitnehmen konnten, das Sie noch nicht wussten. Ich werde mich in den nächsten Tagen mit den Kaliumsalzen beschäftigen und dazu den versprochenen Blogartikel hochladen. Ihnen ein erholsames Wochenende!

Anmerkungen:

1) Roger van Zandvoort: Complete Repertory Mind, S. 112
2) Murphy: Klinische Materia Medica, S. 1834
3) ebenda
4) ebenda
5) Beides sind Schlüsselbegriffe nach Jan Scholten
6) Patricia LeRoux: Metalle in der Homöopathie, S. 350
7) Schlüsselbegriff nach Jan Scholten
8) Patricia LeRoux: Metalle in der Homöopathie, S. 349
9) ebenda
10) Schlüsselbegriff nach Harry van der Zee
11) Roger van Zandvoort: Complete Repertory Mind, S. 407
12) Murphy: Klinische Materia Medica, S. 2091
13) Roger van Zandvoort: Complete Repertory Mind, S. 231
14) Murphy: Klinische Materia Medica, S. 2118

Dienstag, 8. August 2017

Homöopathie und der unruhige Mond Teil 2

Während die astrologische Sonne unser bewusstes Wollen symbolisiert, steht der Mond für das (unbewusste) Wünschen und Empfinden. Es hängt im Grundhoroskop vorwiegend von Aspekten ab, die der Mond wirft, ob wir in unserem Empfinden sanft durch den Tag gleiten oder ob wir leicht durch innere und äußere Impulse aufgescheucht werden. Thema dieser Serie soll ein <unsteter, unruhiger Mond> sein. Was das genau ist, das möchte ich im zweiten Teil homöopathisch aufzeigen.

Wir machen weiter mit Guajacum. Das ist ein Baum. Diese Arzneipersönlichkeit ist bekannt als radikaler Skeptiker, der alles was auch nur entfernt nach Esoterik ausschaut mit Spott überzieht (entspricht Saturn im 12. Haus und in Fische). Dieser gereizte Mensch entwickelt <Angst wenn Druck auf seinen Magen ausgeübt wird>.1) Er befürchtet, dass etwas hochkommen könnte, das ihm <zu nahe geht>. Belegen kann ich diese Schlussfolgerung aus folgender Rubrik: Er <glaubt alles um ihn herum sei zu nah>.2) Er braucht also mehr Abstand zu Dingen und Menschen als üblich, um sich kontrollieren zu können. (Ein radikaler Skeptiker hält natürlich auch nichts von Psychosomatik!)

Die Arzneipersönlichkeit Helleborus hat es nicht leicht. Professor Vithoulkas schreibt über ihn: „Er befindet sich in der Hölle.“ Das sagt man nicht so leicht. Wen wundert es, dass dieser Arzneityp leicht aufzuscheuchen ist? Er <gerät leicht in Zorn>3) und er steckt in einer <verzweifelten Traurigkeit>4). Plutonische Traurigkeit wie hier anzutreffen ist zäh; sie ist gekennzeichnet durch eine extreme Ergriffenheit und Helleborus ist ein extremer Typ.

Sehr leicht aufgebracht ist auch der Arzneityp Hepar sulpuris calcarea: Es ist <plötzliche Wut>5), die aus dem Nichts aufsteigt und sich ausdrücken will. Der Betroffene steht stark unter Spannung. Er <isst und trinkt hastig>6) und er neigt zu <Widerspenstigkeit>7). Seine heftigen Gebärden und sein Hochmut lassen darauf schließen, dass auch er vom Geistvater Uranus beseelt ist.

Ein berühmtes starkes Brechmittel ist Ipecacuanha. Wenn wir den Magen als Magmenkammer sehen und die Speiseröhre als Schlot, dann können wir einen schönen Crossover hinbekommen aus Vulkanologie und Psychosomatik. Was bei diesem Arzneityp hochsteigt ist extreme Wut. Hier die Einträge: <Launenhaftigkeit>8), <Wutanfälle>9) und ein <spasmodischer Husten>10), der die krampfhaft zusammenballende Wut im Körper anzeigt.

Eines der schönsten Mond-Uranus Mittel ist die Katzenmilch (Lac felinum). Diese Person <setzt wegen ihrer Unabhängigkeit die Beziehung aufs Spiel>11). Sie <fordert sehr viel Freiheit. Sollte der Partner klammern, [...] so fühlt sie sich wie erstickt oder erwürgt. Sie hat immense Bindungsangst>12). Das soeben erwähnte Erstickungsgefühl wird als <Tonsillitis> deutlich.


Diese Buchstabenreihe möchte ich abschließen mit dem Spinnenmittel Loxosceles reclusa. Es ist eine sehr verschlossene und sehr zerstörerische Persönlichkeit. In der <Zurückgezogenheit> und <Selbstgerechtigkeit> erkennen wir einen Steinbockanteil und in der Selbstmordneigung, Raserei und Obstipation den Skorpion. Beide Temperamente symbolisieren sehr deutlich die brütend-schwere Grundnatur. Der Mond-Uranus Aspekt kommt als <Exzentrik>13) zum Ausdruck und die <Tobsucht>14) als Mond-Pluto.

Anmerkungen:

1) Roger van Zandvoort: Complete Repertory Mind, S. 48
2) Roger van Zandvoort: Complete Repertory Mind, S. 137
3) Barthels Synthetisches Repertorium, S. 262
4) Roger van Zandvoort: Complete Repertory Mind, S. 391
5) Roger van Zandvoort: Complete Repertory Mind, S. 22
6) Repertorium Synthesis von 2005, S. 105
7) Barthels Synthetisches Repertorium, S. 256
8) Repertorium Synthesis von 2005, S. 123
9) Repertorium Synthesis von 2005, S. 251
10 Boericke, Homoeopathic Materia Medica, S. 891
12) Farokh Master: Milchmittel in der Homöopathie, S. 97
13) Repertorium Synthesis von 2005, S. 54
14) Murphy: Klinische Materia Medica, S. 1231

Im dritten Teil schauen wir uns erneut sechs Arzneipersönlichkeiten mit ihrer jeweiligen eruptiven Befindlichkeit an.


Homöopathie und der unruhige Mond - Teil 1

Während die astrologische Sonne unser bewusstes Wollen symbolisiert, steht der Mond für das (unbewusste) Wünschen und Empfinden. Es hängt im Horoskop vorwiegend von Aspekten ab, die der Mond wirft, ob wir in unserem Empfinden sanft durch den Tag gleiten oder ob wir leicht durch innere und äußere Impulse aufgescheucht werden. Thema dieser Serie soll ein <unsteter Mond> sein. Was das genau ist, das möchte ich im ersten Teil mit den Buchstaben A bis D homöopathisch aufzeigen.

Beginnen wir mit Angustura vera. Es handelt sich um einen zarten Menschen, der – innerlich schwankend - oft in seinem Kleinmut festsitzt. Kleinmütige Menschen leben meist in einer kleinen Welt. Es fehlt hier an innerer Ausgeglichenheit, was ein astrologisches Waage-Problem ist. Ihr Unmut über eine winzige Beleidigung entlädt sich sofort in Streit und Zank (vgl. Murphys Klinische Materia Medica, S. 162 f.).

Der Beifuß-Mensch geht nach plötzlichen Impulsen hoch. In den folgenden Beschreibungen entdecken wir Entsprechungen zum Mond-Uranus Aspekt, die alle auf Artemisia vulgaris passen:

„Plötzliches Weinen. Heftige Krämpfe im Abdomen mit unregelmäßiger Menstruation. Heftige Kontraktionen des Uterus. Spasmen während den Menses.  ~ Murphys Klinische Materia Medica, S. 249 f.



Astrologen erkennen den Geistvater des Beifuß-Menschen: Uranus. Seine Schlüsselbegriffe sind: Plötzlichkeit, Unregelmäßigkeit, sowie Krämpfe (Spasmen). Dem astrologischen Mond sind das Abdomen (Bauchraum), sowie die Mensis (Monatsblutung) zugeordnet. Der Kollege Andreas Bunkahle bringt diese Beschwerden mit <heftigen Gemütsbewegungen> in Verbindung, Quelle: www.bunkahle.com/Materia_medica/Arznei1.shtml. <Heftigkeit> ist auch ein  uranischer Schlüsselbegriff.

Wir kommen zu Benzoicum acidum, (Benzoesäure). Säure-Persönlichkeiten in der Homöopathie sind tief empfindende Menschen mit einer Neigung zur Selbstverletzung und mit sehr engen Partnerbeziehungen, in welche sie sich hundertprozentig einbringen. Dieser Arzneityp ist stark ortsgebunden. Wir erkennen den Charakterzug am Symptom <Bewegung verschlechtert die meisten Symptome>, zitiert nach Murphys Klinischer Materia Medica, S. 338. Diesem Ruhebedürfnis kann der kranke Arzneityp nicht mehr nachkommen, denn er kann nicht loslassen:

„Der Patient hat das Gefühl, aufmerksam sein zu müssen und nicht schlafen zu dürfen, um für jegliche Gefahr bereit zu sein.“ ~ Quelle: Massimo Mangialavori: Die Säuren in der Homöopathie, S. 47

In Cimicifuga haben wir erneut in Mittel, das die astrologische Waage erkennen lässt. Der Eintrag lautet: <Unschlüssigkeit>, nach Zandvoorts Mind Rep, S. 304. Dieser Frauentyp neigt zur <Manie>, die mit unterdrückten Monatsblutungen zu tun hat. (In diesem Zusammenhang weise ich immer wieder darauf hin wie sehr die Gebärmutter eruptive Befindlichkeiten miterlebt oder gar befeuert. Wird sie herausgenommen, so kann es sein, dass jegliche spontane Heftigkeit in der betroffenen Frau stirbt.) Viele Cimicifuga-Frauen sind hellfühlig. Sie können die Dimension der Zeit kurzzeitig verlassen. Das kann ich sehr schön aufzeigen an folgender Rubrik, die ich bei Harry van der Zee in seinem Miasmen-Buch fand:

„Die Ängste Cimicifugas vor dem Tod, nahender Gefahr, ermordet oder vergiftet zu werden, sind vorausahnender Natur, […].“ Seite 95

Die Angst vor Ermordung ist aus meiner Sicht seltener eine Paranoia, sondern eher eine karmische Erinnerung. Hellfühlende Frauen wurden in der Vergangenheit verraten, verfolgt und getötet. Diese Erfahrung hat die kollektive Hexenseele gespeichert. (Noch eine Bemerkung zum Geistvater Uranus bei Cimicifuga: Eines der großen Symptome dieses Mittels ist das <Gefühl von Drähten eingeschlossen zu sein>. Das zeigt die Furcht vor dem Verlust der Freiheit. Daraus wollen sie sich <ruckartig> befreien.) Cimicifugas sind extravertiert und verspielt. Das ist ihre astrologische Zwillinge-Seite.

Eine schöne Orchidee ist der Frauenschuh Cypripedium pubescens. Das Mittel ist bekannt geworden durch Kinderpatienten, die nachts aufwachen, hellwach sind und stundenlang spielen. Die Unterbrechung des Schlafs sehe ich als schöne Übersetzung für Mond-Uranus. Wir finden den Aspekt wieder in folgender Rubrik:

„Zittern und Zucken der Glieder,“ nach Murphys Klinischer Materia Medica, S. 712.

Diese Menschen neigen zum <Jähzorn>. Diese innere Befindlichkeit nennen wir Astrologen Mond Aspekt Uranus und Mond Aspekt Pluto.

Zum Schluss kommen wir zu Drosera rotundifolia, dem Sonnentau. Es handelt sich um Menschen aus dem fixen Dreieck der Astrologie: Stier, Löwe und Skorpion. Sie sind eigensinnig, stolz und sehr skeptisch. Der kranke Drosera-Mensch bildet sich ein ständig betrogen zu werden. Kleinigkeiten reichen aus um diesen ungeduldigen Menschen zum Kochen zu bringen. Seine skorpionisch-plutonische Dunkelheit finden wir als Symptom wieder im <spasmodischen Husten>. Er ist ein Hinweis auf eine <Furcht vor Geistern>.

Im zweiten Teil schauen wir uns erneut sechs Arzneipersönlichkeiten mit ihrer jeweiligen eruptiven Befindlichkeit an.