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Montag, 27. Juni 2016

Homöopathie und eigene Erfahrungen

Nach über 100 homöopathischen Beiträgen möchte ich heute einmal über eigene Erfahrungen mit dieser ungewöhnlichen Heilmethode sprechen. Die Homöopathie begleitet mich schon 30 Jahre.

Ich litt damals unter einem Ekzem an meiner Hand, das sich über Jahre entwickelte. Es war eine nässende Hautgeschichte mit starkem Juckreiz, besonders nachts. Mehrere Therapien hatte ich schon erfolglos hinter mir. Meine Großmutter wies mich auf einen Artikel in der Regenbogenpresse hin: eine Heilpraktikerin in Düsseldorf. Zu dieser Zeit hatte ich Panik, die Hautbeschwerde könne meinen ganzen Körper erfassen. In der Praxis angekommen, beobachtete mich die Therapeutin genau. Sie hatte das Mittel Schwefel (Sulphur) eigentlich für mich vorgesehen, doch als sie sah, wie ordentlich ich meine Schuhe neben die Behandlungsliege stellte, gab sie mir Kieselsäure (Silicea). Ich erhielt die Substanz als Schüssler-Salz. Dreimal am Tag je zwei Tabletten sollte ich einnehmen. Noch nie im Leben habe ich eine Dosierung so diszipliniert eingehalten. Nach einer Woche geschah etwas Atemberaubendes. Ich konnte spüren, dass etwas in meiner Hand arbeitete: eine Art Schieben oder Pulsieren. Das wiederholte sich mehrmals am Tag. Über die Wochen hinweg ließen alle Hautsymptome nach. Die Krankheit verschwand und kam bis heute nicht wieder.

Jetzt glaubte ich an Homöopathie. Ich konnte ihre Wirkung fühlen. Ein Jahr später schrieb ich mich an einer Heilpraktikerschule ein.

Als zweites Mittel lernte ich Weißarsenik kennen. Es ist unter anderem ein Mittel für Menschen, die penibel sind und auf Details achten. Das passt ohnehin auf mich. Arsenicum album nehme ich, wenn mein Darm „zu hastig“ ist, wenn die Darmpassage zu schnell geht, manchmal begleitet von Durchfall. In solchen Fällen hilft es mir meist. Der Darm beruhigt sich, der Stuhl wird fester.

Ein weiteres Mittel, das ich regelmäßig verwende, ist Arnica. Ich habe es immer in meinem Rucksack dabei. Ich stoße mich sehr häufig; an etwas, „das mir im Wege steht.“ Mit Arnica ist der Schmerz praktisch weg, sofern es sich um kleine Verletzungen handelt. Ich kaufe es in einer Niedrigpotenz, als flüssige Verdünnung. Der Alkohol kommt direkt auf die Stelle. So etwas eignet sich nur für stumpfe Wunden. Auf Schnitt- und Schürfwunden gehört kein Arnica, sondern die Ringelblume Calendula, als Globulum (kleine Pille).

Liebe Leser, … lassen Sie sich beim Heilpraktiker oder in der Apotheke beraten! Ich wünsche Ihnen gutes Gelingen oder gute Besserung.

Zum Schluss noch etwas Werbung in eigener Sache:


Samstag, 25. Juni 2016

Homöopathie - Die Crotalus cascavella Persönlichkeit

Liebe Leser,

ich möchte Ihnen eine homöopathische Schlangenpersönlichkeit vorstellen: Crotalus cascavella. Der Text ist zum größten Teil ein Ausschnitt aus einem Buch von mir. Den Titel finden Sie weiter unten.



Diesen Frauentyp kenne ich aus meiner Kindheit. Meine Großmutter hatte oft Bekannte aus der Schlangengrube. Mir fiel immer auf, dass sie eine perfekt sitzende Frisur hatten, die durch keinen Windstoß erschüttert werden konnte. Durch diese Ersatzkrone sollte deutlich werden: „Ich bin eine gut situierte Dame aus gehobenen Kreisen.“ Mich als kleiner Junge störte die Geschwätzigkeit. Auffällig daran war, dass trotz der vielen Kommentare zu allen möglichen Themen nichts Substanzielles preisgegeben wurde: keine persönlichen Erfahrungen oder Empfindungen, welche uns diese Frau sympathisch machen könnten, … denn das ist es doch, was tiefe Freundschaften aufbaut. Doch dazu müsste die Dame ihre Maske fallen lassen. Das ist aber für alle Schlangenpersönlichkeiten sehr schwierig zu bewältigen.

Alles soll bei ihr schön an der schönen, wohlhabenden Oberfläche bleiben! Alle möglichen Gedanken sprudeln aus dieser Schlange heraus, doch was sie von sich gibt sind oft Informationen, die sie mit Unterstellungen und Halbwahrheiten mischt. Ein wahrhaft teuflisches Gemisch!

Wird man zu dieser Dame eingeladen, dann bekommt man zuerst die Küche vorgeführt. Näher hingeschaut, stellt der kritische Besucher fest, dass in dieser 30000 Euro-Investition überhaupt nicht gekocht wird. Sie ist nur zum Angeben da! Die aktive Küche bekommt der Gast nicht zu sehen. Statt dessen ein heiliges Zimmerchen mit einem Hausaltar. Dort steht eine Madonna, der alle Schandtaten gebeichtet werden. Hier und da wird die Mutter Gottes auch zur Komplizin.

Warum ist Cascavella so religiös?
Mit welcher Beschwerde kommt sie in die Praxis?

Diese Frage beantwortet "Körper - Seele - Homöopathie."




Montag, 20. Juni 2016

Homöopathie - Die Palladium-Persönlichkeit

Die homöopathischen Edelmetalle haben etwas gemeinsam: Sie tendieren zur Arroganz und behandeln daher andere Menschen gerne von oben herab. Dazu gehört Palladium. Er schaut sich von anderen ab wie man Eindruck schindet: „Ich bin Prominenter, warum liegt hier kein roter Teppich?“

Kennen Sie das auch? In einem Promi-Lokal wird fotografiert für die Regenbogenpresse. Da gibt es immer eitle Leute, die sich in die Fotos drängen. Das sind die Palladiums: Gebräunte Haut, Gel im Haar, eleganter Sakko und weißes Hemd. Wenn sie nicht selbst Prominente sein können, dann aber bitte in deren Dunstkreis. Erlaubt ihnen einer der Prominenten das Du, dann wird ihr stärkstes Bedürfnis befriedigt: <Wünscht, dass man ihm schmeichelt>. Ich habe in einem Düsseldorfer Lokal eine Weile am Klavier gesessen, weiß also wovon ich schreibe. Das läuft so: Sie schreiten Eindruck schindend in das Restaurant und verlangen am Tresen den Chef. Sie erzählen ihm, dass Boris Becker im Begriff sei, seine Aufwartung zu machen – natürlich um alles kostenlos zu bekommen. Darauf konterte damals unser Chef: „Wenn das stimmt, dann bin ich Mister Universum!“

Im Gegensatz zu Platin fehlt einem Palladium-Menschen der Mut, gekonnt und überzeugend aufzutrumpfen. Er ist zwar von Ehre und Reichtum umgeben, aber die Vergünstigungen sind selten von Dauer.

Wir erkennen Palladium an seinen <Beschwerden durch Demütigung>. Da es ihm um Wertschätzung geht, schauen wir auf die Organe der Kreativität. Das sind hier die Eierstöcke. Typisch für Palladium sind Schmerzen im rechten Ovar oder Entzündungen.

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus meinem Buch:


Freitag, 17. Juni 2016

Welcher Arzneityp ist diese junge Frau?

Liebe Leser, welche homöopathische Medizin könnte auf die junge Frau passen, welche im folgenden Bild zu sehen ist?

aus einem Prospekt der Firma "Holzland Becker"

Schauen wir genau hin. Die junge Frau präsentiert sich alles andere als dezent. Genau das Gegenteil: Grell in ihrer Erscheinung. Sie reißt die Augen auf und der gewaltige Schmollmund ist genauso weit geöffnet. Was erlebt sie gerade? Übertreibt sie, genauso wie sie ihre Schminke übertreibt?

Es ist die Hyoscyamus-Frau, welche sich so krass überzeichnet. Das liegt an ihrem Überschuss an Feuer, der versprüht werden muss.

Dieses Feuer zieht sich bis in alle Ebenen, auch die körperliche. Die Hyoscyamus-Frau ist distanzlos, hält also die übliche menschliche Distanz nicht ein. Sie braucht sehr engen, sofortigen Kontakt. Der Homöopath und Lehrer Dr. Harry van der Zee schreibt in <Die Geburt – Eine Reise durch die Miasmen> warum es so ist – in seiner einfühlsamen Art:

Hyoscyamus – Verlangen nach Vereinigung

In der homöopathischen Literatur wird Hyoscyamus mit Schamlosigkeit in Verbindung gebracht. Das ist allerdings eine Beschreibung, die […] das Verhalten des Patienten wertet. Der Patient will nackt sein, weil Nacktheit in seiner Erinnerung eine der Vorbedingungen ist, die Einheit, die er unmittelbar nach der Geburt erlebt hat, erneut zu fühlen (Seite 139).

Hyoscyamus erlebt einen sehr starken Drang, sich auf einer tiefen Ebene mit der Person, die er liebt zu vereinen. Die Intensität dieses Kontaktes müssen sie spüren – es ist für sie wie eine Frage von Leben und Tod. In gewisser Weise sind sie damit dem Partner gegenüber sowohl verwundbar als auch von ihm abhängig, ähnlich wie ein Baby gegenüber seiner Mutter ist. Hyoscyamus will total in seinem Gegenüber aufgehen, will keine Grenzen spüren, Eins sein (Seite 140).

Ende der Zitate.

In folgenden Büchern erhalten Sie mehr Information zu verschiedenen Themen:




Homöopathie - Die Sepia-Persönlichkeit

Die homöopathische Tinte des Tintenfisches (Sepia) ist ein großes Mittel. Ich erkenne viele Sepias in den Fußgängerzonen. Liebe Leser, Sie lesen jetzt größtenteils Auszüge aus einem Buch von mir. Vieles wird Ihnen vorkommen wie Satire, aber ich sehe es auch als Realsatire. Viel Spaß!

In Grönland gibt es nur drei Pilotinnen. Ich wette, es sind alles Sepias. Eine Frau dieses Arzneityps, nennen wir sie Anne, ist sehr strebsam, knallhart gegen sich selbst und bereit ein hohes Maß an Verantwortung zu tragen.

Ein wunder Punkt ist nicht nur die Bindung an den Partner, sondern auch zur Familie. Mit eine granatenmäßigen Wut im Bauch reist Anne jedes Jahr zu ihrer Familie und es kann sein, dass sie fluchend schon vor dem Anzünden des Weihnachtsbaumes wieder abreist: <Zorn>.

Die gesunde Sepia hat ein Atelier oder lebt in einer freien Künstlerkolonie mit freien Gleichgesinnten. Die Freiheit (der Meinung) ist ihr wichtig. Deshalb ist sie auch empört, wenn andere Menschen ihre Klappe nicht aufmachen dürfen.

Anne beobachtet das Geschehen um sie herum genau. Sie ist gefürchtet wegen ihres Spotts. Man könnte meinen sie sei eine Spinnen-Persönlichkeit, so sicher weiß sie, Schwachstellen ihrer Mitmenschen aufzuspüren. Sie genießt es. Sepia ist das einzige Meeresmittel mit einer <Neigung zur Gewalt>! Wenn Sepia Gewalt erfährt ist es wichtig, dass sie ihren eigenen Anteil daran hinterfragt. Das ist sehr schwierig für sie, denn sie neigt zur Selbstgerechtigkeit. (Das steht übrigens in keiner Rubrik!)

Ich wohne in der Nähe eines großen Parkplatzes. Anne saust mit dem Männerrad dort hin um einzukaufen. Dabei macht sie ein Zitronengesicht. Hätte sie eine Lebensabschnittsgefährtin, würde diese zu ihr sagen: „Anne-Hanne, Du schneidest schreckliche Grimassen! Ich kaufe Dir jetzt eine Sonnenbrille, damit Du die Augen nicht mehr zusammen kneifen musst!“

Lässt Anne-Hanne sich das bieten, bei ihrem <Widerspruchsgeist>? Wenn Ihnen, liebe Leser, ab und zu vierteilige Namen begegnen, zum Beispiel Anne-Hanne Vierkorn-Schrötenhain, dann ist es eine Sepia. Sie beweist mit diesem Namen ihre Eigenständigkeit. Viele Sepias sind auch ausgeprochen <handgestrickt>. Sie haben im Bioladen ihren Birkenstockstand. Eine Sepia zwängt niemals ihren Fuß in High Heels. Sie trägt auch ihr früh ergrautes Kraushaar offen. Die Offenheit bedeutet: „Ich lasse mich nicht bändigen!“

Welche Person hasst Sepia am meisten? Ihren Zahnarzt. Jedes Mal wenn sie zur Kontrolle kommt, sagt er: „Ich glaube es nicht, Sie haben ja immer noch Haare auf den Zähnen!“

Der Text ist ein Ausschnitt aus folgendem Buch von mir:


Donnerstag, 9. Juni 2016

Homöopathie - Die Sulphur iodatum Persönlichkeit

Schwefeljodid ist ein sehr kleines Mittel. Dr. Boericke schreibt darüber nur wenige Zeilen. Ich möchte Ihnen ein homöopathisches Mittel vorstellen, das speziell für die Rasierflechte eingesetzt wird.


Das Mittel setzt sich zusammen aus Schwefel und Jod. Sulphur ist ein sehr großes Mittel, das viele Subtypen hat. Um Schwefeljodid zu verstehen sollten wir uns deshalb vom Bild des anmaßenden, schlampigen Philosophen lösen, den wir aus dem Homöopathie-Unterricht kennen.

Sulphur und Jod finden wir beide in der Rubrik <beeinflussbar>. Wenn sich ein homöopathisches Mittel aus zwei Substanzen zusammensetzt, dann schaue ich immer zuerst: Gibt’s Gemeinsamkeiten? Bei Schwefel und Jod sind es <Empfänglichkeit> und <Beeindruckbarkeit>. Das sind an sich positive Eigenschaften, die aber bei einer Charakterschwäche zur <Beeinflussbarkeit> werden. Sulphur iodatum kann seiner Umwelt kaum etwas entgegen setzen. Also weicht er aus. Er ist in vielen Situationen <feige> (Quelle: Zandvoorts Mind Repertory, Seite 89).

Im soeben genannten Nachschlagewerk von Roger finden wir noch mehr:

+ Gewissenhaft in kleinen Dingen (Seite 86)
+ Argwohn; Misstrauen (Seite 428)
+ Furcht vor Unglück (Seite 254)

Außerdem finden wir in Murphys Klinischer Materia Medica, dass das Mittel für allergische Konstitutionen geeignet sei und der Patient im Extremfall empfindlich gegen alles reagiere.

Jetzt kombinieren wir alle diese Eigenschaften: Es handelt sich um eine kleinmütige, enge Seele, die soviel wie möglich kontrollieren will, auch ihre Emotion. Doktor Boericke schreibt in seiner Materia Medica & Repertory auf Seite 623: <Nässender Hautausschlag>.

Dieser Hautausschlag heißt im Original <weeping eczema>. Weeping bedeutet weinen und hier kann man sehr schön den Bezug zur Emotion erkennen. Das Weinen wird unterdrückt und kommt im Ekzem wieder zum Vorschein. Der Sulphur-Mensch ist bekannt für seine >Hartherzigkeit> und der Iod-Mensch für seine <Ernsthaftigkeit>. Das zusammen hindert die Gefühle am Selbstausdruck. Sie fließen bei beiden nicht, sind "ausgeschaltet."

Weitere Information zur Homöopathie erhalten Sie in folgenden Büchern von mir: