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Merkur Aspekt Saturn - Vom Lernen und der Ignoranz

Donnerstag, 29. Januar 2015

Wenn Hades unser Geistvater ist



Es gibt Menschen, die ohne jede Bedenken explosive Wut äußern können. Nachdem sie geschrien haben sind sie entladen und alles ist gut. Doch es gibt auch solche, deren Sirenen aufheulen, sobald etwas Ungeheuerliches an die innere Kellertür klopft.


Beginnen wir mit einem der bekanntesten Arzneien: Cimicifuga. Sie <hat ein wildes Gefühl im Kopf> (Zandvoorts Mind Rep, S. 475). Es ist ein <Gefühl als ob sie schreien müsste>. Da fragt man sich: Warum schreit sie dann nicht? Wir werden diese Frage im Blick behalten. Sie hat Angst, aber wovor? Angst bedeutet: Es ist etwas, das innen ist – nicht außen!

Antimonium crudum sind hochsensible Persönlichkeiten, die sich davor fürchten, angeschaut oder berührt zu werden. Sie sind sehr nahe an ihrer Dunkelheit, denn sie erschrecken leicht. Macht sich tief in ihrem Inneren etwas explosiv Bedrohliches breit, dann reagieren sie mit Angst. Diesen Mechanismus können wir sehr schön sehen an ihren Mundwinkelrhagaden und rissigen Nasenlöchern. Sie versuchen, urgewaltige Emotionen im Zaum zu halten.

Mit Argentum nitricum kommen wir dem Kern der Sache näher. Diese Menschen haben <Angst, die Selbstbeherrschung zu verlieren> (Murphys Materia Medica, S. 215). Sie wollen also verhindern, etwas preiszugeben, das ihnen selbst nicht gefällt. Welcher Spieler aus ihrer Inneren Tafelrunde ist es?

Bei Arum triphyllum finden wir folgendes Symptom: <Ständiges Bohren in der Nase, bis es blutet> (Boerickes Materia Medica, S. 88). Hierzu muss ich etwas ausholen: Wenn wir erregt sind, dann kommen wir an einen Punkt, da wir uns nicht mehr unter Kontrolle haben. Etwas Mächtiges will uns bis zur Entladung voran treiben. Das Bohren in der Nase ist für die Arum-Persönlichkeit die einzige Chance, ihre Leidenschaft freilegen zu können. In winzigen Dosen gewissermaßen. Wir wissen jetzt: Es geht (auch) um etwas sehr Mächtiges, etwas Triebgeladenes.

Bei der Aurum arsenicosum-Persönlichkeit gibt es das Leitsymptom <Zähneknirschen nachts> (Murphy, S. 278). Was steckt dahinter? Zermalmende Wut! Warum wird sie im Alltag nicht zum Ausdruck gebracht? Immer wieder die gleiche Frage …

Der Calotropis gigantea-Patient entwickelt eine <Hitze im Magen> (Boericke, S. 157) als Leitsymptom. Er kocht vor Wut, lässt sie aber im System. Das ist Selbstquälerei. Ähnlich ist das bei Colocynthis. Meister Vithoulkas schreibt in seiner Materia Medica Viva klar und deutlich: „Der Patient hat eine gewaltige Wut im Bauch, die er in sich hinein gefressen hat.“

Wir kommen zur Auflösung dieser Fälle und lassen einen weiteren Meister zu Wort kommen. Diesmal geht es um den Steinklee-Patienten (Melilotus):


Die meisten Schmerzen beinhalten ein Explodieren, Pulsieren oder Zerbersten. Das Fremde im Inneren ist so machtvoll und potentiell zerstörend, […]. ~ Massimo Mangialavori: Die Schlangenmittel in der Homöopathie, S. 49



Die Melilotus-Persönlichkeit verleugnet also, ähnlich wie die beschriebenen Vorgänger, den Inneren Zerstörer und dieser hat dann – im Falle Melilotus – keine andere Wahl, als sich durch Körpersymptome bemerkbar zu machen: <Kopfschmerz>, <Regelstörungen> und <krampfartiger Husten> (Murphy, S. 1312). Die Auflösung lautet also: Treibende Kraft hinter vielen dieser Symptome ist der Innere Zerstörer. Wenn dieser sehr stark ist, dann sind die Patienten Söhne und Töchter des Geistvaters Hades – des antiken Herrschers der Unterwelt. Manchmal müssen wir Dinge oder Verhältnisse zu anderen Menschen zerstören, um nicht selbst zerstört zu werden!

Sicherlich ist das Ausleben explosiver Gefühle und gewaltiger Leidenschaften nicht einfach. Unsere einengende, spießbürgerliche Zivilisation tut ihr Übriges. Aber es gibt immer Möglichkeiten …

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Astrologie? Saturn im harten Aspekt zu Pluto.

Mittwoch, 28. Januar 2015

Die Ignatia-Katze nach Jutta Nebel



Natürlich funktioniert Homöopathie auch bei Katzen. Und ganz besonders bei Ignatia-Katzen. Das weiß Jutta Nebel. Sie beschreibt diesen Typus in einem Gastbeitrag. Er ist aus ihrem herzigen Katzenbüchlein entnommen (ab S. 98). Viel Spaß!


Zum Glück ist es nicht weit zum Tierarzt. Minnie schreit, als ich aussteige und sie samt Behälter heraus nehme, wie gemein diese blöde Frau Nebel ist und dass nun ihr (Minnies) letztes Stündchen geschlagen habe und dass alle Umstehenden nur schauen sollen, wie eine gemeine Mörderin aussehe. Jawoll! Und der Tierarzt kann schon hören, dass wir ankommen, das ist doch auch wichtig!

Er schmunzelt als wir reinkommen und meint, die Katze habe aber ein kräftiges Organ! Man sollte ihm sagen, dass eine Prinzessin von solch edler Gestalt auch ein entsprechend kräftiges Selbstbild hat! Auch wenn sie sonst eher piepst.

Eine andere Katze im Nebenraum antwortet Minnie ungefähr in gleicher Tonlage und Lautstärke, aber eher klagend. Das macht Minnie völlig verrückt und sie schreit laut heraus, sie sei noch viel zu jung und außerdem auch viel zu schön, um nun hier zu sterben. Die andere Katze meinte: „Ich auch!“

Während die beiden ihren dramatisch sich steigernden Dialog halten, untersucht der Tierarzt Minnie und verabreicht ihr eine Spritze mit Antibiotikum. Und schon ist alles vorbei, Minnie sitzt wieder im Kennel ehe sie es überhaupt bemerkt, denn sie ist viel zu sehr mit der Inszenierung ihres Dramas beschäftigt, und dieser harmlose Verlauf passt überhaupt nicht dazu, und wir treten die Heimfahrt an. Sie ist nun relativ ruhig und hört mir zu. Sie scheint zu denken: „Anscheinend kann man der Frau Nebel vertrauen und sie bringt mich wirklich wieder nach Hause.“ Dieses scheinbare Vertrauen hält nicht lange an, nur bis wir wieder zu Hause einparken, und da geht das herzzerreißende und trommelfellerschütternde Geschrei wieder los.

Drinnen sitzen ganz verstört die beiden Kater. Minnies Drama zeitigt seine Resultate. Auch Samwise weicht nun vor mir zurück. Da bleibt nur eines: Ich stelle den Kennel auf den Boden im Wohnzimmer ab, öffne das Türchen und verschwinde in der Küche.

Die Drama-Queen verlässt die „Folterkammer“ und während Bernard liebevoll maunzend mit fragenden Tönen neben seiner Schwester her rutscht und seiner Besorgnis Ausdruck verleiht, stürzt sie sich auf sein Frühstücksbrettchen und räumt ab, als habe sie seit Monaten nicht Ordentliches zwischen den Zähnen gehabt! Das schmeckt! Und während die Jungs noch ganz betroffen herum hocken, putzt sie sich zierlich ihr Gesichtlein und schaut die beiden an, als wolle sie sagen: „Was ist denn los, ich weiß gar nicht, was ihr habt!“, und springt auf ihre Hängematte, um sich zum Schlafen einzurollen.

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Mittwoch, 7. Januar 2015

Homöopathie - Die Helonias dioica-Persönlichkeit



Das Mittel Helonias dioica wird bei Überlastung und Erschöpfung empfohlen. Welche Charaktereigenschaften verbergen sich hinter diesem Arzneityp?


Steigen wir ein in die Seele von Helonias über folgende kleine Liste (Alle Rubriken sind dem ComRep - Version 10 entnommen):


+ Windgefühl an den Unterschenkeln
+ Schmerzen der Lumbalregion, welche sich bis in die Beine erstrecken
+ Ruhelosigkeit in der Lumbalregion, mit dem Gefühl von einem Gewicht


Die Patientin vermittelt über diese Symptome: "Alles hängt an MIR. Ich bin überlastet, denn ich bekomme überhaupt keine Unterstützung!" Das ist astrologisch ein Saturn im 4. Haus. Warum lassen ihre Mitmenschen die Patientin eigentlich hängen? Vielleicht gibt die nächste Liste darüber Auskunft:


+ Abneigung gegen Kinder
+ Atrophie oder Schweregefühl in den Ovarien
+ Fehlender Appetit


Wer ein wenig Erfahrung besitzt, erkennt in dieser Liste eine fehlende Kreativität bei gestörtem Selbstausdruck. Da ist keine Lebensfreude. Das erkennen wir am Symptom des "leidenden Gesichtsausdrucks" - alles typisch für Saturn im 5. Haus.

Zum Schluss tauchen wir in die Gefühlswelt von Helonias ein:


+ Trockenheit der Lippen
+ Frostgefühl im Magen
+ Berührungsempfindliche Brustwarzen
+ Fehlgeburt durch ärgerliche Emotionen


Die Patientin versorgt zwar ihre Kinder organisatorisch perfekt, lässt sie aber nicht wirklich an sich heran. Ihre Emotionen nennt sie ärgerlich, weil sie nicht kontrollierbar sind. Es ist emotionale Unterkühlung. Die unterdrückte Leidenschaft bringt der Körper über viele Symptome des Brennens, speziell am Rücken, zum Ausdruck – Leitsymptome bei Helonias, zusammen mit einer Vielzahl von Symptomen im Unterleib.

Astrologie für die Unterkühlung? Mond im Aspekt zu Saturn.

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Sonntag, 4. Januar 2015

Erschöpfung durch Überanstrengung



Erschöpfung durch Überanstrengung. So lautet eine Liste, die ich in folgendem Titel fand:


Manche Klienten kommen in die Praxis, wo sie sagen, wie sehr sie unter Stress leiden. Sie wollen dann ein Mittel haben, das ihnen die Schmerzen wegzaubert. Doch das wird in einer guten Heilpraxis nicht funktionieren. Gute Therapeuten beobachten ihre Patienten auch aus dem Augenwinkel und sie werden erst dann ein Mittel repertorisieren, wenn die eigentlichen Motive hinter der Überanstrengung deutlich werden. Es ist also wichtig, den Patienten auf die Schliche zu kommen. Dazu wähle ich vier Arzneien aus, die im obigen Buch unter Erschöpfung durch Überanstrengung gelistet sind: Cocculus, Helonias, Silicea und Zincum.

Das erste Motiv für Überanstrengung ist Aufopferung. Wir finden sie als Sonne im 12. Haus. Es ist eine Selbstlosigkeit: „Ich diene nur der Gemeinschaft, aber Du bist wichtig!“ Das hört sich edel an. Ist es aber manchmal gar nicht. Die Arzneipersönlichkeit Cocculus will für ihren Inneren Zerstörer büßen und legt sich daher ein hartes Programm auf: Die Pflege kranker Angehöriger geschieht also aus einem Schuldgefühl heraus, sich im Innersten als Verbrecher zu fühlen. Das schlechte Gewissen zeigt sich astrologisch als Pluto im 1. Haus.

Helonias ist eine nervöse Persönlichkeit, die es nicht ertragen kann, wenn ihr jemand widerspricht. Ihr Verbesserungsvorschläge zu machen ist sinnlos; sie wird nicht zuhören. Sie sagt: „Es ist alles eine Frage der Organisation.“ Ihre Ambition ist, alles unter einen Hut zu bekommen. Und sei es noch so umfangreich. Sie reißt Aufgaben an sich, weil sie denkt, nur sie könne sie perfekt ausführen. Wir erkennen das perfektionistisch-allmächtige Temperament der Jungfrau. Helonias sind Mütter, die schon kurze Zeit nach der Entbindung einen perfekten After-Baby-Body haben.

Bei der Kieselsäure Silicea entsteht die Leistungsmotivation aus der eigenen gläsernen Zerbrechlichkeit und dem Bewusstsein, kein Rückgrat zu haben. Daher trainiert sie knüppelhart in ihren Ballettstunden. Diese Menschen fürchten sich vor dem Versagen. Darauf reagieren sie, indem sie noch härter lernen. Die große Versagensangst findet sich astrologisch als Saturn im 10. Haus. Menschen mit Saturn in diesem Haus wollen der Gesellschaft gegenüber hart erarbeitete Leistung vorweisen.

Die Zink-Persönlichkeit rennt in einem Hamsterrad. Meister Boericke schreibt in seiner Homöopathischen Materia Medica auf Seite 684: „Wird gegeben bei Kopfschmerzen von überforderten Schülern.“ Dieser Arzneityp empfindet das Menschsein als schwach. Seine Vorbilder sind perfekt getaktete Maschinen. Deshalb lernt er so, dass er alles jederzeit im Kopf hat. Was für ein Anspruch! Wer da keine Kopfschmerzen bekommt … Astrologie? Mond im 6. Haus.

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Freitag, 2. Januar 2015

Homöopathie - Die Iridium-Persönlichkeit



Die Iridium-Persönlichkeit ist ein vielschichtiger, faszinierender Charakter in der Homöopathie.

Beginnen wir mit den Gemütsrubriken. Hier entdecken wir einen schöngeistigen Schwerpunkt (Quelle ist die Software ComRep - Version 10):

·       Träumt von Büchern, vom Schreiben
·       Träumt von bewässerten Gärten
·       Träumt, sie sei charmant
·       Erotische Träume
·       Träumt, sie sei adlig

Jetzt bauen wir daraus eine Keynote: „Hohe Literatur, charmante Unterhaltung und erotische Träumereien in maurischen Gärten."

Ein solches Leben ist nicht gerade billig. Nichts für das gemeine Volk. Wie geschaffen aber für Mitglieder der Goldserie. Wenn ich eine Arznei einordnen will, dann schaue ich nach im Periodensystem der Elemente: Iridium ist aus der Goldserie! Das sind die wohlhabenden Macher und Entscheider. Dennoch stimmt etwas nicht …

Iridium-Menschen träumen vom edlen Leben, aber wo sind die Taten? Homöopathie-Lehrer Jan Scholten gibt folgende Schlüsselbegriffe für dieses Metall an:

„Zartheit und Zerbrechlichkeit.“


Iridium steckt als fragiles Mitglied der Goldserie im Traum-Modus fest. Sie träumt von Erhabenheit, Schönheit und Macht, aber sie verkörpert sie nicht. Sie kann nicht handeln, denn sie hat <eiskalte Hände> [ComRep]. Aber warum kommt sie nicht voran?"


„Sie verschiebt alles auf den nächsten Tag.“ [Repertorium Synthesis, S. 199]


Der Körper zeigt die vermeidende Haltung dem Leben gegenüber an Symptomen des Abdriftens [ComRep]: „Einschlafen beim Lesen; Einschlafen im Sitzen.“ Der Kreislauf fährt in den Keller!

Folgender Traum kommt hinzu: „Träumt, seine rechte Seite sei gelähmt.“ [Zandvoorts Mind Rep, S. 174].

Die rechte Leibseite steht symbolisch für den Willen und die bewusste Kontrolle. Es ist also eine Willensschwäche. Und damit sind wir im Kern des Mittels. Diese Schwäche wird somatisiert als …


„Gliederschmerzen der Gelenke – gichtig“



Schauen wir uns noch eine Liste an, ebenfalls aus ComRep. Die hat es in sich!

·       Berstende Kopfschmerzen, als würde der Scheitel wegfliegen
·       Ohren - Völlegefühl, rechts
·       Nase - Kongestion, Blutstau in den Stirnhöhlen
·       Gesicht - Hitzegefühl an den Wangen
·       Mund - Blutandrang im Gaumen

Es sind alles Symptome des Blutstaus im Kopf. Sehr auffällig! Das leidenschaftliche Feuer wird aus dem Becken in den Kopf verschoben. Warum? Weil Iridium-Menschen animalische Instinkte nicht zulassen. Sie träumen vom Kuss eines Edelmannes am plätschernden Springbrunnen, aber das war’s dann schon …

Zum Schluss noch zur Astrologie: Perlende Lieblichkeit und sanftes Kultivieren entspricht dem Tierkreiszeichen Waage, das Vermeiden einem Fische-Mond und die Willensschwäche dem Aspekt Mars-Neptun.

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