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Merkur Aspekt Saturn - Vom Lernen und der Ignoranz

Donnerstag, 11. Januar 2018

Homöopathie - Beißen und gebissen werden

Menschen beißen eigentlich nicht und wenn doch, dann ganz zart. Ein solches Verhalten wollen wir zivilisierte Menschen den Tieren überlassen. Eine spannende homöopathische Rubrik ist daher das <Verlangen zu beißen>. Die folgenden rot markierten Arzneimittel sind alle mindestens zweiwertig und sie stammen aus Barthels Synthetischem Repertorium, Seite 24.

Die Rubrik enthält zwei dreiwertige Arzneien: Belladonna und Stramonium.


Reifer Stechapfel. Bitte kontaktieren Sie mich wenn Sie das Foto verwenden möchten

Wir erkennen unschwer, dass es sich um Mittelaltermittel handelt. Das Beißen ist die dunkle Seite eines Hexenkrautes, das im Mittelalter von Heilkundigen benutzt wurde um in Trance zu geraten. Wenn wir in einen anderen Zustand versetzt werden, dann gibt unser Wesen auch Züge preis, die außerhalb des zivilisierten Verhaltens liegen.

In der Natur beißen also Tiere. Wir schauen auf mögliche Tierarzneien in der Liste. Es sind derer drei: Calcium carbonicum, Cantharis und Lachesis. Zuerst dachte ich an einen Fehler bei Calcium, denn die Hälfte dessen was in einem Repertorium steht ist, wie mein Lehrer immer so schön sagt, falsch. Dann fiel mir ein, das Beißen könnte bei Calcium bedeuten, dass er <sich einen Happen sichert>. Wie kommt das? Calcium carbonicum finden wir auch in der Rubrik <Vielesser; Schlemmer> (Seite 162) - einer der Gründe warum dieser Arzneityp fast immer übergewichtig ist. Etwas zu „sichern“ ist zudem ein Charakterzug aller Karboniker. (Das sind Arzneitypen mit Endung –carbonicum.) Diese Kohlenstofftypen tun alles um ihren gewichtigen Status zu sichern. Deshalb muss ihr Kühlschrank stets gefüllt sein. Gleiches gilt für den teuren Weinkeller, mit welchem man bei neuen Bekannten ordentlich angeben kann.

Beim nächsten Mittel wird es krass: Cantharis vesicatoria ist die Spanische Fliege – ein Mittel um den Sex anzuheizen. Unschwer leiten wir ab, dass es sich um einen sehr sexuellen Menschen handelt. Das Beißen ist Ausdruck einer Fixierung auf Sex: Es sind gepiercte Typen mit Neigung zum Sado-Masochismus. Gebissen werden tut weh, aber manchem gefällt das. Masochistisch-bisexuelle Züge hat die Buschmeisterschlange Lachesis, doch hier kommt etwas Entscheidendes hinzu: Das Beißen bei Lachesis ist nicht nur ein Mittel um ihre Macht zu demonstrieren – typisch für Tiermittel –, es dient auch dazu, den Partner zu markieren, damit er nicht zu anderen Frauen abwandert. Schauen wir doch einmal in die Rubrik <Eifersucht> im oben genannten Repertorium (Seite 46). Dort finden wir neben Lachesis auch Hyoscyamus (schwarzes Bilsenkraut). Diese Menschen wollen mit dem Partner verschmelzen. Darunter machen sie es nicht. Das Beißen ist also Ausdruck einer extremen Nähe. Warum wird jemand so extrem? Es ist eine Verlassenheitsangst. Diese spielt beim nächsten Mittel eine überragende Rolle:

Campher-Typen krallen sich in andere Menschen hinein, weil sie keinen emotionalen Bezugspunkt in diesem Universum haben (übrigens auch Bismuthum). Das ist ein erheblicher Befund: Er bedeutet nichts Geringeres als dass sie nicht allein leben können. Das Hineinkrallen leitet über zum nächsten Mittel: Cuprum



Der Kupfermensch ist zunächst ein fanatischer Denunziant. Wir finden seinen Fanatismus im Bronchialasthma wieder. Unter einer Gabe Cuprum kann es den Betroffenen gelingen zu innerer Ruhe zurück zu finden anstatt den Einpeitscher spielen zu müssen. Das Hineinkrallen lässt sich noch steigern, mit Lyssinum. Das Mittel hat viele Anklänge an das europäische Mittelalter und über die Indikation <Tollwut> einen Bezug zum Animalischen. Dabei dürfen wir nicht vergessen, was dieser renommierte Homöopathielehrer zum Thema sagt:

„Alle Nosoden haben in irgendeiner Weise etwas Besessenes.“ ~ Dr. Harry van der Zee

Es fehlen noch zwei Arzneien. Carboneum sulphuratum ist ein Angsthase, der zu nächtlicher Erregung und destruktivem Zorn neigt. In dieser Verfassung überschreitet er, der ansonsten intimen Kontakt scheut, eine rote Linie und wird übergriffig. Als letztes Phytolacca: Das Mittel hat mit Belladonna folgende Indikationen gemeinsam: <rot, heiß, brennend und schießende Schmerzen>. Im Schmerztyp <schießend> können wir das Schütze-Temperament erkennen. Die dunkle Seite dieses Feuerzeichens sind Wutausbrüche und von dort ist es nur ein kleiner Weg zum Beißen. Weitere Infos zur Homöopathie finden Sie in meinen Büchern, darunter ...




Dienstag, 9. Januar 2018

Im Beratungsgespräch - Wo liegt der Hund begraben?

Ein Beratungsgespräch ist meist keine einfache Geschichte, doch es gibt auch Naturtalente, die Einfühlungsvermögen genauso wie Penetranz des Fragens überhaupt nicht lernen müssen. In diesem Blogartikel möchte ich einen alten Fall schildern. Thema war ein eingeklemmter Nerv.

Ich hatte einen stark übergewichtigen Klienten, der mich wegen seines immer wiederkehrenden eingeklemmten Rückennervs konsultierte. Er beauftragte mich ihm dabei zu helfen die Ursache zu finden. Ich machte ihm klar, dass die Antwort unangenehm für ihn sein könnte. Er wagte das Experiment und wir hatten Erfolg.

Er erzählte mir von 70'000 Euro Schulden und vielen Bewerbungen, die nicht zum Erfolg führten. Er hatte keine Freundin zu dieser Zeit, schämte sich wegen seines Körpergeruchs und litt unter der Einsamkeit. Seine Freundinnen durfte er nicht zu seinen Eltern bringen. Diese waren christliche Fundamentalisten, weshalb sie voreheliche Aktivitäten ablehnten.

Ich fragte ihn nach einigen Sätzen, ob er mir wirklich alles erzählt hätte was ihn bedrückt. Ich bemühte mich besonders sanft zu sein und ihm zu vermitteln, dass ihm das nützen würde. Schließlich kam er an meinem arsenischen Scharfblick und meiner sulphurischen geistigen Trennschärfe nicht vorbei. Er berichtete, … dass die Schulden aus einer Schlägerei entstanden, in welche er als Jugendlicher verwickelt war – für seine pazifistischen Eltern ein absolutes Unding. Seither, so fühlte er, sei das Verhältnis zu ihnen gestört. Er war ein sanfter Riese, der im Gespräch oft lachte.

Wir fanden heraus, dass er seine Schulden als sehr belastend empfand. Diese Scham und die Aussicht, über lange Zeit damit leben zu müssen verschob seine Achsensymmetrie, … bis sich ein Nerv einklemmte.

Verkrampfungen, Verschiebungen, Enge- und Kompressionsgefühle im Körper sind fast immer mit Angst oder Wut, oft auch beidem, verbunden. Wenn ich eine Beratung habe und blicke nach Tagen noch nicht richtig durch, dann hilft mir meistens diese alte Erfahrung.

Danke für’s Lesen und Ihnen eine erfolgreiche Restwoche. Zum Schluss noch etwas Werbung in eigener Sache - mein einziges englischsprachiges Buch, als eBook:


Freitag, 5. Januar 2018

Homöopathie - Die Barium iodatum Persönlichkeit

Barium iodatum ist ein kleines Mittel. Doktor Boericke widmet ihm einige Zeilen. Wir sehen, dass die Arznei aus dem Schwermetall Barium und dem Halogen Jod zusammengesetzt ist. In der Beschreibung finden wir beide Anteile wieder.

In diesem Mittel fließt die Menschenfurcht von Barium zusammen mit der außergewöhnlichen Störbarkeit von Jod. Das Ergebnis ist ein Rückzug nach innen. Doktor Boericke nennt ein Vergleichsmittel. Es ist Conium maculatum. Den Schierling finden wir in folgender Rubrik in Zandvoorts Complete Repertory Mind auf Seite 247: <Fürchtet sich davor die Tür zu öffnen>. Was erkennen wir? Eine gestörte Umweltbeziehung. Gehen wir zu den nächsten Symptomen:

„Geschwollene Halslymphknoten und gehemmtes Wachstum." ~ W. Boericke: Homoeopathic Materia Medica & Rep, Seite 109

Kranke Halslymphknoten haben nicht nur einen Bezug zu blockierter Wut, sondern auch zu gestörten Beziehungen. Hierzu sollte man wissen: Lymphknoten filtern Krankheitserreger aus der Lymphe. Diese Erreger sind keinesfalls unnötig oder böse; sie sind notwendige Herausforderungen durch die Umwelt. Ein Immunsystem mit Funktionsstörungen zeigt bei kindlichen Mitteln wie Calcium und Barium eine Schwäche beim Konfrontieren der Umwelt. Schauen wir noch genauer hin, dann erkennen wir eine Angst erwachsen zu werden. Diese einfachen Geschöpfe glauben das Erwachsenleben sei nichts für sie; also verweigern sie sich, wie man es deutlich am Symptom <gehemmtes Wachstum> erkennen kann. Astrologie? Saturn im 7. Haus. Wir kommen zum nächsten Baustein. Er heißt astrologisch Mond im 4. Haus oder Krebs:

"Modalität: Schlechter durch Gehen --- Ophthalmie [Entzündung der Augenbindehaut oder des Augapfels]" ~ Murphys Klinische Materia Medica, Seite 320

Beide Indikationen spiegeln das für Barium typische Nesthocken. In die <gefährliche Welt da draußen> kann er nicht gehen; zudem verweigert er das Sehen. Dann bleibt er zu Hause. Im Mittelalter waren es Jugendliche, die den ganzen Tag hinter dem Ofen saßen.

„Diese Arznei wird bei verhärteten Drüsen eingesetzt.“ ~ Murphy, S. 320

Die Verhärtung im Körper zeigt auch eine Verhärtung auf der seelischen Ebene an. Dafür zuständig ist das Steinbock-Temperament von Jod. Dieses Tierkreiszeichen finden wir wieder im abweisenden und einzelgängerischen Jod-Charakter. Die Verhärtung ist aber auch das Ergebnis von verlorenen Machtkämpfen. Barium ist ein unerfahrener Mensch (niedriges Stadium im Periodensystem), der in Machtkämpfen fast immer den Kürzeren zieht.

Vielen Dank fürs Lesen! Weitere Information zur Homöopathie finden Sie in folgenden Büchern von mir:




Mittwoch, 3. Januar 2018

Alles Scheiße Deine Elli - Jod - Neptun im 6. Haus

Das homöopathische Jod gehört eigentlich in die noch einzurichtende Rubrik <inkoordiniert>. Ihm fehlt eine innere Taktung und ein natürliches Ordnungsgefühl. Diesen Mangel finden wir astrologisch als Neptun im 6. Haus. Wer diese Neptunstellung im Grundhoroskop hat, neigt dazu alles in panischer Sorgfalt zu verrichten, damit ihm - wie er glaubt - nicht alle Felle wegschwimmen. In diesem Artikel möchte ich auf Jods spezifische Ordnungsproblematik eingehen.

Jods Super-Gau wäre das <Waten im Kot> - seine Horrorfantasie von einem Meer unkontrollierten Gestanks. Aus der Metaebene ist es ein "Zusammenfluten allen Seins" - eine Ausprägung des hohen Stadiums im Periodensystem der Elemente (Stadium 17). Jan Scholten nennt die hohen Stadien auch "schrittweises Loslassen" und dieses passt nach meinen Recherchen auf das Zeichen Fische. Damit der Jod-Typ in der Arbeitswelt funktionieren kann, kompensiert er auf folgende Weise, nämlich durch das Gegenzeichen Jungfrau:

In Roger van Zandvoorts „Complete Repertory Mind“ ist Jod gelistet in folgenen Rubriken: <Sorgfalt>, Seite 64 und <arbeitsam>, Seite 298 --- In der "ComRep Software für Homöopathie - Version 10" findet sich Jod in diesen Rubriken: Fleiß; Arbeitswut; Reizbarkeit; Gereiztheit

Die Gereiztheit sollten wir im Zusammenhang sehen mit dem 4-wertigen Eintrag in Zandvoorts Mind Rep auf Seite 416: <Will nicht angesprochen werden>. Wer keine Kommentare von außen ertragen kann, der fürchtet massiv um den "roten Faden seines Denkens." Er glaubt, dass jeder auch noch so harmlose Zwischenruf seine ultralogischen Denkprozesse zerreißen könnte. Möglicherweise ist das ein Irrglaube, aber der Jod-Typ ist so programmiert. Im Vergleich dazu kann die gesunde Jod-Persönlichkeit souverän mit dem stinkenden Chaos umgehen. Sie unterschreibt grinsend ihre eMails mit "Alles Scheiße, Deine Elli", während sie mit verkleckster Arbeitsjacke bekleidet das windelverkackte Baby in den Armen hält.

Zum Thema <Scheiße> gäbe es noch so einiges zu sagen: Gas-Wasser-Scheiße zum Beispiel als dunkle Seite des Stier-Temperaments, außerdem die beschissene Seite von Sauerstoff (Oxydatum) ... und das neue Mittel Excrementum caninum (Hundekot). 

Na denn, Prosit Neujahr und vielen Dank fürs Lesen! Weitere Information zu Homöopathie und Astrologie erhalten Sie in folgenden Büchern von mir:




Samstag, 30. Dezember 2017

Die tiefere Bedeutung von Husten und Schnupfen

Husten und Schnupfen kommen daher wie banale Erkrankungen. Das sind sie meistens auch, doch für uns Psychosomatiker wird es immer dann interessant, wenn Sonderfälle auftreten, etwa wenn der Schnupfen gar nicht mehr aufhören will ... oder schon wieder da ist. Schuld sind immer die "bösen Erreger" oder "Mitarbeiter, die trotz Krankheit ins Büro gehen" ... und die meisten Betroffenen kommen gar nicht auf die Idee, dass Viren Erfüllungsgehilfen des Schicksals sein könnten. Wir wollen uns anschauen was zu lernen ist.


Menschen, die ständig mit Husten oder Schnupfen umherlaufen zeigen uns, dass sie einen Teil der Umwelt von ihrem Wohlwollen ausschließen. Sie können nur mit einem von ihnen bestimmten Aspekt des Lebens einen wirklichen Kontakt eingehen. Werden sie genötigt sich mit etwas "Falschem" zu beschäftigen, dann haben sie schnell "die Nase voll," das heißt sie machen zu und werten ab. Worum geht es genau? Mit den vielfältigen (Jungfrau) und tief gehenden (Skorpion) Ansprüchen, welche die Umwelt an sie stellt, sind sie oft überfordert.


Welche homöopathischen Arzneitypen passen auf dieses Verhaltensmuster? Drei Beispiele: 1. Corallium rubrum, die rote Koralle. Schnupfen und spasmodischer Husten sollen die Umwelt auf Distanz halten, da das eigene System sehr anfällig ist oder als solches angesehen wird. 2. Oscillococcinum. Diese Sinusitis-Patienten haben einen Waschzwang, der ein Hinweis ist wie sehr sie ihre Mitmenschen als gefährliche Krankheitsüberträger betrachten. 3. Sinapis nigra. Die homöopathische Indikation <Heuschnupfen> beim schwarzen Senf zeigt an, dass der Partner (als Symbol für Umweltbeziehungen an sich) der wunde Punkt im Leben ist. 


Astrologisch entsprechen diese Lebenshaltungen Saturn in den Häusern 7 und 8. Der dritte Quadrant bringt uns in Kontakt mit der Umwelt und Saturn zeigt symbolisch an: Hier wird "gemauert." Das vorbehaltlose Sich-einlassen auf eine Beziehung ist ihnen nicht möglich. Sie brauchen wie etwa Bergsteiger Sicherheitsgurte oder sollten wir nicht lieber sagen Keuschheitsgürtel?


Samstag, 9. Dezember 2017

Die Psychosomatik des Nackenschmerzes

Nach der traditionellen Astromedizin ist der Nacken dem Zeichen Stier zugeordnet. Wir werden den Stier wiederfinden, beim Mittelbild von Bryonia. Nackenschmerzen können auch psychosomatisch sein und wir schauen uns vier Arzneien an, die in Doktor Boerickes Materia Medica auf Seite 879 f. mehrfach unter Nackenproblemen gelistet sind.

Wir können unseren Nacken nicht sehen, nur im Spiegel. Er steht daher psychologisch für das Unbekannte … und das kann ängstlichen Naturen zusetzen, besonders introvertierten Menschen, die ihre Ängste kaum kommunizieren, sondern lieber ihre Not für sich behalten1).

BELLADONNA – Dieses feine Mittel ist ein Mittelaltermittel. Ich habe manchmal das Gefühl als enthalte diese Substanz noch den ganzen Aberglauben dieser Epoche. Belladonna ist ein Nachtschattengewächs und die Silbe <Nacht> gibt einen Hinweis auf die dunkle Seite der Seele. Die Belladonna-Seele hat eine Affinität zu etwas Unheimlichem in ihrer Umgebung. Diese ängstliche Seele <sieht Geister und Gespenster>. Eines davon sitzt ihr offenbar im Nacken. Der Nacken steht - wie gesagt - für das Unbekannte und für die Belladonna-Seele ist das Unbekannte auch das Bedrohliche, doch diese Gleichung ist eine psychotische Vereinseitigung der Wirklichkeit. Betroffene spüren die Angst als <reißenden oder schießenden Schmerz< (Quelle: Boerickes Materia Medica, S. 879 f.)

BRYONIA – Hier kommt das Stier-Element zum Zuge: Er bekommt seine Nackenschmerzen, wenn jemand seine heilige Ruhe stört oder wenn er gar zu Veränderungen seines Lebensstils genötigt wird, für die er alle pflegenden Neigungen über Bord werfen müsste. 


Diese Bedrohungen treffen den bryonischen Kleingeist unter den Bryonias am allerschlimmsten und zwar als Nackensteifigkeit:

„Bryonia ist der Spießbürger mit Gartenzaun.“ ~ Andreas Krüger

CAUSTICUM – Die meisten Homöopathieschüler kennen den Causticum-Menschen als extrovertiert. Es gibt aber auch den ängstlichen und introvertierten Typ. Philip Bailey schildert uns die Ängstlichkeit in seinem Klassiker «Psychologische Homöopathie» auf Seite 104:

„Eine besonders charakteristische Angst beim introvertierten Causticum ist das Gefühl, dass irgendetwas Schreckliches passieren wird (Kent: «Ständige Furcht vor einem schrecklichen Ereignis»). Dieses Problem taucht meist nach jahrelangem Stress auf, besonders wenn Causticum alt wird.“

Der Nacken ist deshalb der betroffene Körperteil, weil die Seele abzuschätzen versucht aus welcher Ecke oder welchem Loch die Bedrohung herkommen könnte. Es ist quasi ein hyperängstliches Sich-umschauen.

GELSEMIUM – Der Nacken steht symbolisch für die Fähigkeit auf die innere Selbstberuhigung zurückgreifen zu können. Das kann der kranke Gelsemium-Mensch nicht. Ihm fehlt ein Höheres Selbst, welches ihm vermittelt, „dass da schon nichts wirklich Gefährliches ist.“ Dem großen Angsthasen Gelsemium fehlt die Selbstsicherheit, diese Bedrohung, wenn sie denn tatsächlich auf ihn zukäme „schon abwehren zu können.“ Das Ergebnis ist Hyperängstlichkeit und diese wird somatisiert als Nackenschmerz und Nackensteifigkeit.

Zum Schluss noch die Anmerkung Nummer 1 aus dem Text:

1) Gleiches ist anwendbar auf folgende Körperteile …
·        Okzipitalschuppe,
·        Atlanto-Okzipitalgelenk,
·        Prominens (als tastbarer Wirbelfortsatz der HWS),
·        Rücken,
·        Kniekehle,
·        Wade und
·        Achillessehne.














Homöopathie - Die Stachys betonica-Persönlichkeit

Die homöopathische Arznei Stachys betonica ist ein kleines Mittel aus der Familie der Lippenblütler. Die Betonie passt auf innerlich verschlossene Dramatiker. Folgende Rubriken (+) sind aus Murphys Klinischer Materia Medica, Seite 1923.

Über die Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) schreibt mein Lehrer Jan Scholten auf der Internetseite
unter dem Titel <Essenz der Lamiaceae>:
„[Diese Arzneipersönlichkeiten] fühlen sich nie genug geschätzt, anerkannt und gelobt in ihren Fähigkeiten. …“

Das ist ein typisches Problem von Menschen mit Löwe-Aszendent. Sie haben ihr Königreich verloren und suchen es seither, fühlen sich von anderen Menschen wie Luft behandelt, als wären sie gar nicht anwesend. Der tiefe Schmerz dieser Nichtbeachtung kommt zum Ausdruck als …

+ Schmerzen in Lebergegend und Gallenblase

Das ist nicht der einzige Schmerz.

+ Stechender, schneidender Schmerz im Magen

Der Magen bildet auch unsere Gefühle ab. Die Stachys-Persönlichkeit hat all ihre <bösen> Gefühle zurückgehalten (Mond im Skorpion) um geliebt zu werden (Löwe-Aszendent). Zitternd hält sie Wut, Hass und Rachegelüste unter Verschluss. Darauf reagiert der Körper mit einem ...

+ Völlegefühl in und über den Augen als ob sie platzen

Hier platzt jemand vor Wut. Das Völlegefühl finden wir wieder bei Jan Scholten:

"Die [Arzneipersönlichkeiten der Lamiaceae] sind voll von Emotionen."

Wir kommen zum Kern der Persönlichkeit. Thema ist erneut der Magen:

+ Gewicht im Magen mit Übelkeitsgefühl


Es liegt eine <emotionale Stille> nach Wilhelm Reich vor. Stachys ist also eine tiefe Seele, die sich nicht erleichtern kann. Das Gewicht im Magen ist die Verdichtung all dessen was über Jahre herunter geschluckt wurde. Was ist zu tun? Romanheld Gandalf befiehlt in <Der Herr der Ringe>: "Brecht den Damm, befreit den Fluss!" Neben der homöopathischen Behandlung ist die hawaiianische Lomi Lomi zu empfehlen. Bei dieser Öl-Massage ist das Weinen ausdrücklich erwünscht. Es wird dem Patienten sehr schwer fallen, wird aber sehr wahrscheinlich seine Übelkeit beseitigen.

In Roger van Zandvoorts Complete Repertory Mind ist Stachys zweiwertig aufgeführt in der Rubrik <Gefühl als ob er schwebt>. Alle in dieser Rubrik gelisteten Mittel sind entweder hysterisch oder mangelhaft inkarniert. Letzeren Mangel finden wir in zwei anderen Rubriken:

+ Erkältungsneigung
+ Gemüt - leicht abgelenkt

Die Erkältungsneigung ergibt sich aus der sensiblen Natur einer typischen homöopathischen Pflanzen-Persönlichkeit. Es entstehen oft Löcher in der Aura, so dass Erreger leicht eindringen. An diesen Menschen bleiben viele Außeneindrücke kleben, weshalb sie leicht abgelenkt sind. Wie zeigt sich die Erkältungsneigung als Symptom?

+ Häufiges Niesen; vermehrter Schleim in der Nase beim Gehen aus dem Freien ins Zimmer

Der Stachys-Patient, den niemand zu loben und zu lieben scheint, erstickt in seiner Trauer am eigenen Körpersaft – welcher ungeweinten Tränen entspricht. In der freien Natur findet der Patient die Weite, die ihn von seiner Nestenge ablenkt, doch bei der Rückkehr in sein Zimmer zwängt er sich wieder in sein <Inneres Schneckenhaus>, wo seine Emotionen eingeschlossen sind. Der vermehrte Schleim hilft ihm zu erkennen, dass er voller umpanzerter Emotionen ist, welche er seit frühester Kindheit in sich trägt - wie eine Sammlung in einem Museum. Astrologie? Mond im 4. Haus oder Krebs, dazu oft Mond Aspekt Saturn.

Jetzt die ganze astrologische Konstellation: Skorpion-Mond im 4. Haus im Quadrat zum Löwe-Aszendenten. Diese Konstellation fand ich auch bei diesen homöopathischen Arzneien (die ersten drei sind auch Dramatiker wie Stachys):

·        Aurum
·        Chamomilla
·        Trombidium
·        Muriaticum acidum
·        Mandragora

Vielen Dank fürs Lesen und vielleicht sind diese Mittel der Durchbruch, für wen auch immer!